Übernahme-Schlacht: Xerox und HP

Wer hat eigentlichInteresse an dem Deal? Zurzeit herrscht Konfusion in Sachen Xerox und HP Inc. Keiner weiß so recht, was überhaupt los ist. Fest steht nur, dass Xerox mit aller Gewalt HP übernehmen will – Ausgang ungewiss. Und wer an diesem Deal überhaupt Interesse hat, wissen wohl nur die, die im Hintergrund am großen Rad drehen: Banken. Die haben Xerox eine Finanzierungszusage von 27 Milliarden Dollar erhalten. Klaus-Peter Nicolay

Übernahme

Bleiben wir bei den Fakten: Nach der geplatzten Übernahme von Xerox durch Fujifilm Anfang letzten Jahres (wenn es in Medien heißt, Xerox habe Fujifilm übernehmen wollen, ist das falsch) hat Xerox seine Anteile an den Joint Ventures mit Fujifilm verkauft. Durch den Ausstieg ist Fujifilm seit 7. November 2019 alleiniger Inhaber des 1962 gegründeten Unternehmens, das seit 2011 im Verhältnis 75% zu 25% zwischen Fujifilm und Xerox aufgeteilt war.

Xerox erhält für die 25%-ige Beteiligung an Fuji Xerox 2,3 Mrd. US-Dollar. Fuji Xerox soll Xerox aber auch künftig beliefern. Fujifilm behält sich aber vor, neue OEM-Deals mit weiteren Partnern zu schließen und hat sich im Rahmen der Transaktion bereit erklärt, den am 18. Juni 2018 gegen Xerox eingeleiteten Rechtsstreit wegen der einseitigen Aufhebung der vereinbarten Übernahme von Xerox durch Fujifilm zurückzuziehen.

Nur einen Tag nach dem Deal mit Fujifilm hatte Xerox die Übernahme von HP Inc. für eine Summe von 32,5 Mrd. $ angekündigt. Verkehrte Welt? HP macht deutlich mehr Umsatz als Xerox! Zudem wurde Xerox zu diesem Zeitpunkt an der Börse gerade einmal mit 8 Mrd. $, während HP mit mehr als 28 Mrd. $ bewertet wurde. Der Drucker- und PC-Hersteller HP bestätigte den Eingang des Angebots und auch, dass es immer wieder Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss gegeben habe. Dabei sei auch diskutiert worden, wann sich ein solcher Schritt lohne.

Verhärtete Fronten
Das von Xerox nunmehr unaufgefordert eingereichte Angebot zur Übernahme hat die HP-Spitze am 18. November abgelehnt. Grund sei die deutlich zu geringe Bewertung von HP. Daher prüfe HP selbst, ein Übernahmeangebot für Xerox zu unterbreiten. Bis jetzt bleibt also offen, ob Xerox als Käufer von HP oder als potenzieller Übernahmekandidat von HP zu betrachten ist. Zudem ist völlig unklar, wie Xerox die Übernahme überhaupt stemmen will. Die 2,3 Mrd. $ aus dem Deal mit Fuji Xerox reichen dazu lange nicht aus. Eine 30-Milliarden-Übernahme mit Schulden zu finanzieren ist jedoch eine echte Herausforderung. Zurzeit hält das Hin und Her zwischen den Konzernspitzen an und offenbar verhärten sich die Fronten.

Xerox drohte zuletzt mit einer feindlichen Übernahme. Solche Töne kann aber nur jemand spucken, der eine starke Bank hinter sich sieht, die selbst Interesse an einem solchen Deal haben. Eine Finanzierungszusage hat sich Xerox jetzt von den Geldinstituten Citi, Mizuho und Bank of America in der höhe von 27 Milliarden US-Dollar erhalten. Diese Karte hat der Xerox-CEO John Visentin in einem offenen Briegfg ausgespielt: „Wir haben immer erklärt, dass unser Vorschlag nicht von einer Finanzierungsbedingung abhängig ist, aber um jeden Zweifel auszuräumen, haben wir verbindliche Finanzierungszusagen (die keiner Due-Diligence-Bedingung unterliegen) von Citi, Mizuho und der Bank of America erhalten.“ Das Angebot stehe, um die Verhandlungen über diese Transaktion zu beginnen.

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