„Print ist die stabilste Währung“

Der Verband Druck & Medientechnik lud am 30. Jänner ins Looshaus in Wien, um neue Chancen im Drucksektor von technologischer wie wirtschaftlicher Sicht zu beleuchten. Mit dabei war Bernd Zipper, der über Print in der Zeitenwende sprach.

Trend Day

Den Auftakt am Trend Day 2019 machte Bernd Zipper mit seiner Keynote: „Online, Print, TV, Radio – all das sind Bestandteile des Medienkanons, den wir für unsere Information und Marktwirtschaft dringend benötigen. In meinen Augen ist Print aber noch immer die ‚stabilste Währung‘ in diesem Kanon. Warum? Print ist und bleibt die einzige Manifestation von Wissen in unserer online-geprägten Zeit.“

Im Anschluss präsentierten die Partner des Veranstalters gemeinsam mit erfolgreichen Kunden – Best-Practice-Beispiele, Innovationen und Denkanstöße fürs eigene Unternehmen. Anna Oñate, CEO & Co-Founder von OctoBoost, thematisierte die drängende Frage vieler Unternehmen, lieferte aber auch Lösungen mit: „Wie kann die Technologie den rückläufigen Drucktrend umkehren und Ihre Profitabilität steigern? Kunden erwarten das Unmögliche, aber es gibt digitale Lösungen, die dabei helfen, die anspruchsvollsten Erwartungen zu erfüllen, ohne den Gewinn zu beeinträchtigen.”

Ulrich Hermann, Executive Board Member Heidelberger Druckmaschinen AG: „Print-Medien-Industrie 4.0 bedeutet, hochflexible Produktion von individualisierten Druckprodukten wobei die Druckerei in die digitale Lieferkette des Kunden eingebettet ist. Das macht massiven Druck auf Produktionskosten, Flexibilität und Lieferzeiten. Mit der Analyse von Nutzungsdaten der Druckmaschine können wir Benchmarks für den Markt erstellen. Damit können sich Drucker an den Besten der Branche orientieren und sind besser gerüstet für die ständig wachsenden Anforderungen der Kunden.“

Roland Henn, Geschäftsführer von Müller Martini Osteuropa: „Die Transformation der Druckbranche schließt auch das Finishing von Druckprodukten mit ein, wir sprechen somit von Finishing 4.0. Das ermöglicht zum Beispiel die variable und individualisierte Produktion von Kleinstauflagen wie zum Beispiel Books on Demand oder auch Fotobüchern innerhalb von nur 24 Stunden von der Bestellung zur Auslieferung.“

Adrian Meyer, Geschäftsführer von Chromos Austria, und Katinka Gyomlay, Leiterin der Corporate Communication der Chromos AG zeigten durch konkrete Beispiele, wie Unternehmer ihre Drucktechnologie erweitern und die Performance durch Personalisierung und Individualisierung steigern können. Meyer wies aber auch auf die Gefahren von Anfangsfehlern hin: „Viele grafische Unternehmen tätigen zwar Investitionen in ein digitales Drucksystem, implementieren aber keine digitale Strategie. Damit fehlt gleich zu Beginn die Basis für eine langfristige Erfolgsgeschichte.“

Matthias Wagner, Marketing Manager Production Printing bei Xerox Österreich: „Bei aller Automatisierung geht es auch ums Produkt. Marketingbudgets sind heute über viele Kanäle verstreut und es gilt, mit Print den Wow-Effekt zu erzeugen. Das gelingt zum Beispiel mit digitaler Druckveredelung. Eine von uns in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass die Druckveredelung enormes Potential in sich birgt. Printbuyer sind auch bereit, für aufwändige Prints mehr zu zahlen.“

Print mischt fleißig mit – auch wenn das Internet alle Regeln verändert
Print hat eine vielversprechende Zukunft, dennoch riet Druckexperte Bernd Zipper in seinen abschließenden Worten zur Achtsamkeit: „Auch wenn Print in Zukunft immer wertvoller wird: Es ist kein Grund, sich auszuruhen. Wer ruht, ruht schnell ewig, denn das Internet hat alle Regeln verändert“.

 

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