Koenig & Bauer auf Zukunftskurs

Mit dem Effizienzprogramm Performance 2024 will der Druckmaschinenhersteller seine Margen verbessern. Aktuell liegt die EBIT-Marge mit 4,6 % unter den Erwartungen. Dividendenzahlung für 2019 wird in Anbetracht der deutlich gestiegenen Unsicherheiten durch die Corona-Krise ausgesetzt.

Fokussierung
Der Service-Umsatzanteil konnte 2019 im Konzern auf 28,2 % gesteigert werden

Koenig & Bauer ist mit der strategischen Fokussierung auf den Wachstumsmarkt Verpackung auf Kurs, um durch Umsatz- und Ergebniszuwächse in diesem Bereich die Abhängigkeit vom politisch volatilen und von Großprojekten dominierten Wertpapierdruck zu reduzieren. Durch die Akquisitionen von Iberica und Duran, das Joint Venture mit Durst sowie verschiedene Partnerschaften im Software-Bereich wurde das Portfolio für Verpackungsdruckmärkte weiter ausgebaut. Nach einer Erprobungsphase der neu entwickelten Bogen-Flexomaschine CorruCUT für den analogen Direktdruck auf Wellpappe nahm Klingele die Maschine nach einem anspruchsvollen Werkstest ab. Mittlerweile produziert die Anlage zweischichtig im Klingele-Werk in Delmenhorst bei Bremen.

Mit der Bestellung einer CorruFLEX durch Thimm Packaging Systems erhielt Koenig & Bauer einen strategisch wichtigen Folgeauftrag im Wellpappendruck. Für den digitalen Dekordruck gab Interprint die dritte RotaJET-Anlage in Auftrag. Mit dem sechsten Maschinenverkauf für den digitalen Dekordruck und dem Schlüsselauftrag von Tetra Pak für den digitalen vollfarbigen Getränkekartondruckist die RotaJET-Digitaldruckplattformim Markt angekommen. Ebenfalls gute Früchte trägt die 2016 gestartete Serviceinitiative. Der Service-Umsatzanteil konnte im Koenig & Bauer-Konzern von 25,9 % im Vorjahr auf 28,2 % deutlich ausgebaut werden.

CEO Claus Bolza-Schünemann: „Die von uns adressierten Endmärkte mit dem strukturell wachsenden Verpackungs- und Industriedruck sind fundamental intakt.Wachstum setzt allerdings konjunkturell normale Jahre voraus. Angesichts der hohen Veränderungsdynamik in der Industrie und aufgrund der zunehmenden konjunkturellen Unsicherheiten haben wir beschlossen, zusätzlich erheblich in die Reduzierung der Herstellungskosten zu investieren und unsere Kräfte im Konzern stärker zu bündeln. Mit den Maßnahmen des Effizienzprogramms Performance 2024 wollen wir uns in höherem Maße unabhängig von der Konjunktur und wettbewerbsfähiger für die Zukunft aufstellen.“ Der für das Performance 2024-Programm zuständige Vorstand Dr. Andreas Pleßke erläutert weitere Details: „Mit dem Programm Performance 2024 streben wir derzeit eine Kostensenkung von über 70 Mio. € bis 2024 bei Einmalkosten von 30 bis 40 Mio. € an.“

Geschäftsentwicklung 2019 im Konzern

Beim Konzernumsatz wurde mit 1.218,5 Mio. € das Vorjahresniveau erreicht (2018: 1.226,0 Mio. €). Das Ergebnis wurde von den hohen Aufwendungen für die Wachstumsoffensive 2023 belastet. Per Saldo wurde mit dem Konzern-EBIT von 56,0 Mio. € eine Marge auf 4,6 % erreicht (2018: 87,4 Mio. € bzw. 7,1 %).In Anbetracht der deutlich gestiegenen Unsicherheiten durch die Corona-Krise schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 auszusetzen.Neben deutlich mehr Serviceaufträgen führten höhere Maschinenbestellungen im Groß- und Mittelformat zu einem Zuwachs des Auftragseingangs bei Sheetfed um 8,9 % auf 625,3 Mio. € (2018: 574,3 Mio. €). Der Umsatz legte gegenüber 2018 (615,9 Mio. €) um 2,6 % auf 631,8 Mio. € zu.

Bei Digital & Web lag der Auftragseingang mit 144,9 Mio. € um 18,0 % unter dem Vorjahreswert von 176,6 Mio. €. Neben dem rückläufigen Offset-Rollenmaschinen-Servicegeschäft waren geringere Bestellungen im flexiblen Verpackungsdruck für diesen Rückgang ausschlaggebend. Der Umsatz ist um 7,4 % von 153,3 Mio. € auf 164,6 Mio. € gestiegen. Per Saldo reduzierte sich der Auftragsbestand zum Jahresende 2019 von 85,8 Mio. € auf 66,1 Mio. €. Das EBIT von –16,5 Mio. € (Vorjahr: –10,2 Mio. €) war durch hohe Markteintritts- und Wachstumsaufwendungen sowie durch das negative Ergebnis im flexiblen Verpackungsdruck belastet.

Bei Special lag der Auftragseingang mit 406,7 Mio. € unter dem durch einen Großauftrag im Wertpapierdruck beeinflussten Vorjahreswert von 505,1 Mio. €. Nach 491,5 Mio. € im Vorjahr wurde ein Umsatz von 463,9 Mio. € erzielt. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2019 bei 287,3 Mio. € (31.12.2018: 344,5 Mio. €). Durch den niedrigeren Umsatz, Produktmix und die unerwarteten Projektaufwendungen beim Wertpapier-Großauftrag lag das EBIT trotz Einmalerträgen bei 43,9 Mio. € nach 48,2 Mio. € im Vorjahr.

www.koenig-bauer.com

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