Platz für Kreativität und Innovation

Kostenführerschaft beschreibt die Strategie eines Unternehmens, durch geringere Kosten einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. „Genau das war das Ziel und ein langer Weg, aber wir haben es erreicht“, sagt der Saxoprint-Geschäftsführer Klaus Sauer.

saxoprint
Klaus Sauer hatte bereits 20 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Vertriebs- und Managementpositionen, bevor er 2011 zu Saxoprint wechselte.

Dazu wurden in den zurückliegenden Jahren über 70 Millionen Euro in neue Technik investiert. Denn hohe Wettbewerbsfähigkeit ist in diesem Segment der Druckbranche nur mit industrialisierten Prozessen und modernstem Equipment möglich. „Durch technische Innovationen haben wir die Effizienz derart gesteigert, dass wir sogar die Erhöhungen beim Papierpreis weitestgehend kompensieren konnten. Das ist umso bedeutender, da Papier einen Anteil von bis zu 30 Prozent an unseren Kosten ausmacht“, freut sich Klaus Sauer, CEO von Saxoprint. 

Kostenführerschaft bedeutet für den CEO, dreischichtig bei voller Auslastung und geringen Kosten wirtschaftlich zu produzieren. Das heißt aber nicht, dass dieser Vorteil proaktiv für das Unterbieten von Preisen am Markt genutzt werden soll. „Saxoprint ist kein Preisbrecher. Definitiv nicht! Wir haben uns aber jetzt den Vorteil erarbeitet, jederzeit auf die Preise des Wettbewerbs reagieren zu können.“

Massenproduktion und Individualdruck
Aktuell beschäftigt Saxoprint über 700 Mitarbeiter, etwa 550 davon in Dresden, wo eine Produktionsfläche von 21.000 m2 zur Verfügung steht. Im Rahmen der internationalen Expansion ist Saxoprint in UK, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Österreich, Polen und in der Schweiz aktiv. Als Onlinedruckerei hat Saxoprint in den letzten Jahren ordentliche Umsatzzuwächse verzeichnet. Dazu steuerte die Ende 2017 übernommene Berliner Laserline mit ihren 160 Mitarbeitern etwa 15 Mio. Euro bei. Doch die Akquisition brachte Anlaufprobleme mit sich. So drehte das operative Ergebnis im Jahr 2018 ins Negative: auf ein Minus von 1,6 Mio. Euro. Das vierte Quartal 2018 ließ aber die Perspektiven erkennen: Der Umsatz legte mit +22,9 % deutlich zu – organisch wuchs Saxoprint um 4,5 %.

Saxoprint produziert überwiegend in der Formatklasse 7 (110 cm x 160 cm).
Im Drucksaal stehen neben den sechs Großformat- aber auch zwei Mittelformat-
maschinen, die ebenso auf Effizienz getrimmt sind.

Kunden wollen einfach zum Produkt kommen
„Kunden müssen einfach an ihre gewünschten Drucksachen kommen – das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für ein funktionieren des Online-Geschäfts“, bemerkt Klaus Sauer. Und er weiß auch, dass dies bei 107 verschiedenen Druckprodukten mit 1,2 Milliarden Varianten und ständig neu hinzukommenden Artikeln einer Sisyphos-Arbeit gleichkommt.

„Wichtig sind für uns in der Produktion Schnelligkeit und hohe Effizienz, damit wir die bis zu 5.000 Aufträge täglich produzieren können. Kunden dagegen legen großen Wert auf einen guten Preis, Qualität und Liefertreue.“ Das sind keine grundsätzlich unterschiedlichen Dinge, sondern bedingen sich gegenseitig, um mit möglichst wenig Reklamationen arbeiten zu können. „Die Reklamations-Quote bewegt sich bei uns im Promille-Bereich“, erklärt Klaus Sauer. Daraus resultiere auch die hohe Wiederbestellrate von über 80 Prozent.

Knallharte Effizienzvorteile
Da Material- und Personalkosten in allen Druckereien etwa gleich sind, könne es nur durch niedrige Fertigungskosten und hohe Automatisierung einen Vorteil geben. Daher wird in Dresden permanent an neuen technischen Möglichkeiten gearbeitet und in entsprechende Lösungen investiert. Saxoprint produziert überwiegend im Großformat der Formatklasse 7 (Druckformat 110 cm x 160 cm). Im Drucksaal stehen neben den sechs Großformatmaschinen aber auch zwei Mittelformat-Speedmaster XL 106, die ebenso auf Effizienz getrimmt sind. „Bei den Rüstzeiten liegen wir bei diesen Maschinen konstant bei unter zwei Minuten“, erklärt Klaus Sauer. Die Anlaufmakulatur liege bei 20 bis 40 Bogen und zahle in die umweltfreundliche Produktion ein.

Das Optimieren der Produktion geht indes weiter – momentan steht ein auf drei Jahre angelegtes Integrationsprojekt kurz vor der Vollendung: das autonome Drucken und die Optimierung des Workflows, bei der eine komplett neue Architektur aufgesetzt wurde. „Push-to-Stop kommt noch dieses Jahr“, sagt Klaus Sauer. Und dann? „Daten rein und in der Auslage sehe ich den Job zum ersten Mal“, ist sein Wunsch.

Speedmaster XL 162-Achtfarben-Wendemaschine mit dem weltweit ersten
Rollenquerschneider CutStar. 

Zartes Pflänzchen easy box
Das sollte bei der Angebots- und Auftragsstruktur auch funktionieren. Im Akzidenzbereich dominieren Standarddrucksachen wie Flyer, Poster, Kataloge und Broschüren mit 80 % die Produktion. Die Aufträge, die über den Web-Shop eintreffen, werden in Sammelformen gebündelt und auf die jeweiligen Maschinen verteilt. Dabei werden pro Jahr über 25.000 Tonnen Papier verarbeitet und 1,2 Millionen m2 Druckplatten belichtet. Saxoprint kann aber auch anders. Eben nicht nur Massenproduktion. Verpackungen stellen einen Wachstumsmarkt dar, der durch die Standardproduktionen bisher nicht abgedeckt wird. Deshalb wird derzeit das Geschäftsfeld Verpackungen ausgebaut, das jedoch nach ganz anderen Regeln funktioniert als das Brot-und-Butter-Geschäft Onlineprint.

Im August 2016 hatte Saxoprint eine Online-Lösung für Faltschachteln und Produktverpackungen in frei konfigurierbaren Formaten vorgestellt – und mit dieser Marktneuheit eine Welle ausgelöst, die den Verpackungsmarkt noch nachhaltig beeinflussen wird. Ab Auflage 1 können nunmehr Verpackungen anhand ihrer Innenmaße aus 350 g/m2, GC1 Chromokarton weiß und natur, 350 g/m² GZ1 Chromosulfatkarton und 300 g/m² Kraftkarton braun im Online-Shop genau konfiguriert werden. Dabei erleichtert eine 3D-Visualisierung vor dem Upload der Druckdaten mögliche Abweichungen vom angestrebten Druckergebnis zu identifizieren und zu korrigieren. Druckergebnis und Haptik sind dennoch nur am echten Produkt sicht- und fühlbar. Die Musterproduktion in Einzelauflage erfolgt gegen eine Schutzgebühr, die bei einer nachfolgenden Bestellung verrechnet wird. 

Das Beispiel Saxoprint easy box zeigt, dass Kreativität und innovative Ideen noch immer ihren Platz finden – auch oder gerade im Onlineprint. So ist auch bei Saxoprint eine Diversifizierung in dem Bereich drucknaher Produkte alias Werbemittel zu beobachten. Das ist jedoch nicht als schlichte Produkterweiterung zu verstehen, sondern Teil eines agilen Veränderungsprogramms parallel zum Kerngeschäft. Denn der Transformationsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen. 

Reseller-Portal
Aber auch im Kerngeschäft tut sich einiges bei Saxoprint. So wurde vor Kurzem unter www.saxprint.pro eine eigene Reseller-Plattform für den österreichischen Markt freigeschaltet. Registrierte Kunden eröffnet sich damit das umfassende Angebot von Saxoprint an Druckprodukten wie etwa Broschüren, Geschäftsausstattungen, Kalendern sowie unterschiedlichen Werbemittel wie Flyern, Foldern, Plakaten, Postern, Post- und Eintrittskarten und vieles mehr. Im Zuge der Registrierung erhält man als Reseller einen persönlichen Ansprechpartner, mit der entsprechenden Durchwahl sowie der direkten E-Mail-Adresse. „Ein intensiver Informationsaustausch mit unseren Kunden gehört von Beginn an zu unserer Unternehmensphilosophie. Diese Erfahrung bringen wir mit den Vorzügen des Online-Drucks zusammen, indem wir mit guten Produkten, zu besten Preisen, bei hervorragender Qualität und verbindlichen Terminen punkten“, versichert Klaus Sauer. Ein Detail, auf das der CEO noch hinweist ist, dass Reseller als auch Geschäftskunden per Rechnung bezahlen können. • 

www.saxoprint.pro

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