In Verpackungsbranche herrscht Fachkräftemangel

Wie attraktiv ist die Verpackungsbranche für den Nachwuchs? Wo kommen die Fachkräfte her? Eine neue IWI-Studie im Auftrag der PROPAK beleuchtet den Qualifikationsbedarf der Branche.

PROPAK
Marko Schuster (Mondi), Georg-Dieter Fischer (PROPAK), Andreas Blaschke (MM Packaging), Manfred Tacker (FH Campus), Herwig Schneider (IWI)

Anfrage stellen, Produkt auswählen, Qualität vergleichen, e-Rechnung legen, Lieferung via GPS-Tracking verfolgen, auf dem Smartphone oder Tablet. Was nach Amazon, Google & Co. klingt, wird zunehmend auch bei den Herstellern von Produkten aus Papier und Karton zum Alltag. „Das Jahrzehnt der Digitalisierung ist angebrochen. Die PROPAK ist bereit für die Zukunft,“ sagt Georg Dieter Fischer, Obmann PROPAK und CEO Smurfit Kappa Group Corrugated Central Europe.

Rund 100 Unternehmen veredeln in Österreich Jahr für Jahr mehr als eine Million Tonnen Papier und Karton zu vielfältigen, hochwertigen Produkten, wie etwa smarte Verpackungslösungen für Lebensmittel, die mittels Sensoren Auskunft über den Zustand des Inhalts geben, Etiketten, die Produktfälschungen aufzeigen, Brettspiele, die auch am Smartphone funktionieren, bis hin zu Papierwaren, die im medizinischen oder Büroalltag verwendet werden. Diese Produkte werden in modernen Produktionsstätten (Smart Factories) erzeugt, und die PROPAK-Unternehmen, ob groß, mittel oder klein, bieten attraktive Berufe, Aufstiegschancen und langfristig stabile Arbeitsplätze.

Mit der Digitalisierung verändern sich Informationsangebote, Produktionsverfahren und Geschäftsprozesse. Die Aufgaben werden komplexer, der Umgang mit neuen Technologien an der Schnittstelle Mensch-Maschine sowie Team- und Projektarbeit bestimmen mehr und mehr die Arbeitsabläufe in den Unternehmen. Diese Veränderungen führen zu neuen Anforderungen an die Qualifikation. Der Erwerb von digitalen Kompetenzen wird immer wichtiger.

IWI-Studie: Sag mir, wo die Fachkräfte sind
Noch nie fiel es den Unternehmen in Österreich so schwer, geeignetes Personal zu finden. „71 Prozent der PROPAK Unternehmen weisen derzeit unbesetzte Stellen auf“, sagt Herwig Schneider vom-Studie,. „Es finden sich zu wenig geeignete Fachkräfte, wobei sich die Mängel neben fachlich/methodischen Kompetenzen vor allem in mangelnder Kommunikations-/Teamfähigkeit und zu geringer Kunden- und Serviceorientierung zeigen.“ So eines der Ergebnisse der brandaktuellen Studie des IWI im Auftrag von PROPAK.

Demgegenüber zeigt sich ein Trend in Richtung höherer Qualifikationsniveaus. Während sich der Anteil der UniversitätsabsolventInnen am gesamten Personal seit 2012 nahezu verdreifacht hat, ist der Anteil der FacharbeiterInnen ohne Lehrabschussprüfung um mehr als die Hälfte rückläufig. Insbesondere die Nachfrage nach Kompetenzen im IT-Bereich steigt. „Benötigt werden vor allem Mitarbeiter für die Planung, Simulation und Überwachung komplexer und vernetzter Produktionsprozesse. Aber auch Social Skills, allen voran Flexibilität, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz, sind vermehrt gefragt“, so Georg Dieter Fischer

Mach’ den Master in Packaging!
Die Unternehmen müssen erfinderischer werden, um jedes Potenzial zu nutzen. Deshalb ist Aus- und Weiterbildung ein zentrales Anliegen des Fachverbands PROPAK. Mit dem Bildungsforum haben die Unternehmen der Branche einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der sie dabei tatkräftig unterstützt. Jährlich werden über 600 Stunden Ausbildungen, Kurse und Lehrgänge angeboten. Darüber hinaus ist der Fachverband seit 2015 Mit-Initiator des Bachelor-Studiums Verpackungstechnologie und des mit Herbst 2018 beginnenden berufsbegleitenden Master-Studiums ‚Packaging Technology and Susatinability’ an der FH Campus Wien. Übrigens das erste berufsbegleitende Masterstudium in der DACH-Region, das sich mit der Querschnittsmaterie Verpackungstechnologie befasst.

 

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