Chancen in der zukünftigen Arbeitswelt

Der Verband Druck & Medientechnik hat seinen Kongress in diesem Jahr unter das Thema „Die Zukunft der Arbeit – Digitaler Wandel und neue Arbeitswelten als Chance“ gestellt. In Anbetracht der Veränderungen, die mit der Digitalisierung auf uns zukommen, eine mehr als berechtigte Fragestellung.

Keynote-Speaker Franz Kühmayer

Zusätzlich steuern wir aufgrund der demographischen Entwicklung auf einen Fachkräftemangel zu – bis zu 2030 sollen allein in Österreich 280.000 Fachkräfte fehlen. Die Druckindustrie steht hier in Konkurrenz mit anderen Branchen, um die besten Fachkräfte für sich zu gewinnen. Und die braucht es, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

Was nicht ganz so einfach sein wird für eine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unbedingt als zukunftsträchtig wahrgenommen wird. Hier muss es gelingen, die Begeisterung für Print bei Jugendlichen zu entfachen und den Beweis anzutreten, dass Print gerade in einer verzahnten, multimedialen Kommunikation seine Stärken ausspielen kann. Die Generation Z hat auch ganz andere Anforderungen an Print – sie erwarten eine On-demand-Produktion, mehr oder weniger in Echtzeit und vollständig personalisiert, wie sie es aus dem Internet kennen. Darauf muss die Branche eine Antwort geben und ihr Angebot darauf abstimmen.

Franz Kühmayer war als Keynote-Speaker aufgeboten, der in der Digitalisierung eine Jahrhundertchance für den Mittelstand sieht. Sie rüttelt an den Drehstühlen des Managements und verlangt vollkommen neue Kompetenzen von Führungskräften. Um den Wandel als Unternehmer zu orchestrieren, müsse man eine neue Kultur schaffen, die Querdenker als Bereicherung im Unternehmen ansieht und auch Fehler zulasse. Wichtig sei es, den Wert von Daten zu erkennen, denn sie bilden die Grundlagen für neue Geschäftsmodelle und Anwendungen.

Vom Boss zum Coach
Schon alleine die Keynote war es Wert, den Kongress in Salzburg zu besuchen und auch die anderen Vortragenden waren spannend und inspirierend zugleich. Es gilt, die Mitarbeiter fit für die Digitalisierung zu machen und sie in die Entwicklung der unternehmerische Vision einzubinden. Dies wird in Zukunft nicht in hierarchischen Strukturen gelingen, sondern es braucht eine neue Rollenverteilung zwischen Geschäftsführung und MitarbeiterInnen. Andreas Hermann, Arbeitspsychologe und Geschäftsführer von Business Beat, brachte es sehr pointieret auf den Punkt: „Auch der Digitalisierungsfisch beginnt am Kopf zu stinken.“ Der Boss werde in Zukunft eher zum Coach, der das entsprechende Umfeld für die MitarbeiterInnen schaffe, um die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen und zu gestalten.

Als einziger Wehrmutstropfen bleibt, wenn man die Sponsoren herausrechnet, die Besucherzahl. Es scheint, dass man mit technischen Themen immer noch mehr Leute hinter dem Ofen hervorlocken kann. Technik ist zwar wichtig, aber schlussendlich ist sie nur ein Mittel zum Zweck. Heute entscheidet ein attraktives Geschäftsmodell und nicht die Technik über den Erfolg, und dazu benötigt man qualifizierte und gut ausgebildete MitarbeiterInnen – ohne wird es nicht gehen!

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