Hat die Druckindustrie ein Imageproblem?

Der Artikel beschäftigt mit dem Imageproblem der Druckbranche innerhalb der Gen Z, das auch zu einem Problem bei der zukünftigen Personalbeschaffung führen wird. Text: Sappi Europe

Imageproblem

Wie so viele andere Branchen hat auch die Druckindustrie mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Und während vieles davon auf die unsichere Wirtschaftslage in unserer Post-Covid-Zeit zurückzuführen ist, hat die Druckindustrie ein besonderes Problem – das der Personalbeschaffung. Und dieses Problem wird noch durch ein weiteres verschärft – ein Imageproblem. Einem kürzlich erschienenen Bericht zufolge sehen jüngere Generationen die Branche als traditionell und überholt an.

Probleme bei der Personalbeschaffung
Anfang dieses Jahres veröffentlichte die europäische Interessenvertretung der Druckindustrie, Intergraf, die Ergebnisse einer zweijährigen Studie mit dem Titel »Print Your Future«, in der die Einstellung und Beschäftigung in der Branche untersucht wurde. In dem Bericht wird auf die »derzeitigen Schwierigkeiten bei der Einstellung junger Menschen hingewiesen, nicht nur in Bezug auf die Anzahl, sondern auch in Bezug auf eine qualifizierte, kompetente und anpassungsfähige Belegschaft«. Der Bericht weist darauf hin, dass im Vereinigten Königreich der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften zu den vier größten Sorgen der Branche gehört und in Deutschland Lehrstellen aus Mangel an Bewerbern nicht besetzt werden können. Vier von fünf der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen bezeichnen die mangelnde Attraktivität der Branche als ein Problem bei der Personalbeschaffung.

Falsche Vorstellungen spielen eine große Rolle – die Branche hat ein veraltetes Image, bietet keine stabile Zukunft und ist nicht umweltfreundlich (was für die jüngere Generation sehr wichtig ist). Diese Denkweise ist auch bei Lehrern und Eltern weit verbreitet, die eine Tätigkeit in der Druckindustrie nicht als erstrebenswerte Karriere für ihre Schüler und Kinder ansehen.

»Die Umfrage ergab, dass es auch an Wissen über Druckerzeugnisse mangelt, da die Menschen davon ausgehen, dass es bei Druckerzeugnissen nur um Bücher, Zeitungen und Zeitschriften geht. Verpackungen (die dem Bericht zufolge 50 % der Druckproduktion ausmachen) werden im Allgemeinen übersehen.«

Was die Abhilfemaßnahmen anbelangt, so sind die Befragten der Meinung, dass die Ausbildung der Schlüssel ist. 59 % sprechen sich für einen speziellen Druckschwerpunkt in  technischen Gymnasien aus. Die Herstellung einer Verbindung zwischen den Ausbildungsprogrammen der Unternehmen und den Karrieremöglichkeiten wird ebenfalls als wichtig angesehen.

Wie man Talente anzieht
Michael Warner arbeitet in vierter Generation in der Familiendruckerei Warners Midlands im Vereinigten Königreich. Er weiß, wie die Personalbeschaffung in den Betrieben funktioniert. Das 1926 in Lincolnshire gegründete Familienunternehmen ist auf den Rollen- und Bogendruck von Zeitschriften, Katalogen und Prospekten spezialisiert. Warner, heute 31 Jahre alt und Marketingleiter, kam von der Universität.Grundsätzlich ist Warner der Ansicht, dass »die Beschäftigung mit jemandem eine Partnerschaft ist« – Zeit und Fähigkeiten werden gegen ein Gehalt getauscht. Für ihn als Arbeitgeber sind die Qualifikationen nicht so wichtig wie die Einstellung: »Es geht mehr um die Soft Skills dahinter«, sagt er. »Andere Fähigkeiten kann man immer lehren. Es geht darum, wer die Person ist, wie sie arbeitet.«

Heutzutage wird jedoch auch der Kultur eines Unternehmens große Bedeutung beigemessen. Warner beobachtet, dass Arbeitssuchende nach Arbeitgebern suchen, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen – und er glaubt, dass sich die Branche darauf konzentrieren muss, was ein 17- oder 18-Jähriger will. Es ist ein Ansatz, der funktioniert. Warner schätzt, dass der durchschnittliche Mitarbeiter bei Warner bereits seit 20 Jahren im Unternehmen ist – Abwanderung ist kein Thema.

»Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem nicht unbedingt das, was wir tun im Vordergrund steht, sondern die Art und Weise, wie wir es tun.« Er erwartet auch nicht, dass sich junge Arbeitnehmer sechs bis neun Monate lang eingewöhnen.«

Fünf Tipps für eine erfolgreiche Rekrutierung
Print Your Future liefert praktische Ratschläge für die Personalbeschaffung enthält. Hier sind die fünf wichtigsten Hinweise.

  1. Versorgen Sie Schulen und Berufsberater mit Informationen über die Branche und Ihr Unternehmen – zeigen Sie die ganze Bandbreite der Möglichkeiten, die die Druckindustrie zu bieten hat.
  2. Nehmen Sie an Jobmessen teil und bringen Sie aktuelle Mitarbeiter mit, damit sie ihre Arbeit überzeugend erklären können.
  3. Informieren Sie sich darüber, was die jüngere Generation von einem Arbeitgeber erwartet – Werte und Kultur spielen heute eine große Rolle.
  4. Nutzen Sie die sozialen Medien nicht nur, um Stellen auszuschreiben, sondern auch, um zu zeigen, wie die Arbeitswelt in Ihrem Unternehmen aussieht.
  5. Suchen und fördern Sie die Verbindung von Print zu Büchern, Comics, Brettspielen, Fotos, Kunst und Wohnkultur.www.sappi.com
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