Lieber Schorsch: Ich sag zum Abschied leise Servus!

Am 4. Juli ist Hans-Georg Wenke nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Er war als Autor ein fixer Bestandteil der Graphische Revueund wurde über all die Jahre vor allem ein Freund, der sein Herz am richtigen Fleck hatte.

Hans-Georg Wenke

In der deutschsprachigen Print- und Publishing-Landschaft der vergangen Jahrzehnte nahm Hans-Georg Wenke ganz unterschiedliche Rollen ein – er war Journalist, Redakteur, Moderator, Berater und Trainer. Das alles brachte „Schorsch“, wie ihn Freunde und Kollegen nannten, unter einen Hut. Dabei hat er vielen Menschen aus der Industrie Orientierung geboten, aber teilweise in seiner direkten Art auch vor den Kopf gestoßen. Schorsch verstand es, im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand zu schauen und nahm sich dabei kein Blatt vor den Mund. Er war bereit, seinen eigenen Weg zu gehen, was ihn auch zu einem Vordenker machte. Er hatte die Gabe, die Auswirkungen von Innovationen oder neuer Geschäftsmodelle vorherzusehen.

Ich habe Schorsch Ende der 80er-Jahre ganz am Anfang meiner beruflichen Karriere als Fachredakteur kennengelernt. Aus den endlosen Gesprächen auf Messen und Pressereisen konnte ich vieles von ihm lernen. Als ich Ende der 90er-Jahre die Leitung der Redaktion der Graphische Revueübernahm, bekam „Schorsch“ seine eigene Kolumne. Hier konnte er seine Gedanken zu Papier bringen und genoss journalistische Narrenfreiheit. Für viele Leser*innenwurde er zum unverzichtbaren Bestandteil und unsere Zusammenarbeit ging schon bald über die Kolumne hinaus.

Man konnte Schorsch einfach kurz anrufen, ihm eine Idee skizzieren und nach ein paar Stunden lag ein fertiges Konzept, Artikel, Präsentation am Tisch. Sein Output war einfach unglaublich – und das bis zum Schluss. Er war in seiner Heimatgemeinde Solingen in verschiedenen Vereinen verankert und brachte dort sein geballtes Wissen in der Kommunikationsvermittlung ein. Auf Schorsch war immer Verlass.

Nach einer längeren krankheitsbedingten Pause hatten wir im Herbst des letzten Jahres vereinbart, dass er noch ein letztes Mal seine Feder für „Den finalen Wenke“ zücken sollte. In der Ausgabe 6/2019 hat er dann die Entwicklung der grafischen Industrie in den letzten 40 Jahren aus seiner ganz persönlichen Sicht zusammengefasst und gleichzeitig einen Ausblick gewagt. Als wir den Artikel unter Dach und Fach hatten, meinte Schorsch, es hätte ihm Spaß gemacht, und bot mir an, auch in Zukunft das eine oder andere Mal einen Artikel beizusteuern. Leider ist dieser Wunsch nicht mehr in Erfüllung gegangen.

Lieber Schorsch,

du warst ein Vorbild, eine Inspirationsquelle und ein treuer Wegbegleiter.

Danke für deine Freundschaft!

Knud

Team der Graphischen Revue

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