Drei-Punkte-Plan gegen Plastikmüll

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hat einen Drei-Punkt-Plan gegen die Plastikflut präsentiert. Um Plastikmüll in Zukunft zu vermeiden, sollen neben verpflichtenden Mehrwegquoten für den Einzelhandel auch ein Pfandsystem und eine Herstellerabgabe für die Erzeuger von Plastikverpackungen eingeführt werden.

Plastikmüll

Damit soll nicht nur das Problem Plastikmüll in der Natur eingedämmt werden, sondern auch Zahlungen der Plastiksteuer an die EU vermieden werden. „Die Österreicherinnen und Österreicher wollen weniger Plastikmüll – das wollen wir alle. Mit dem Drei-Punkte-Plan gegen die Plastikflut gehen wir das jetzt an. Mehrwegquote, Pfandsystem und Herstellerabgabe: Das sind die Maßnahmen, die wir brauchen“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Die verpflichtende Mehrwegquote soll dabei im neuen Abfallwirtschaftsgesetz festgeschrieben werden. Ein Modell für ein Pfandsystem wird derzeit vom Klimaschutzministerium gemeinsam mit den StakeholderInnen erarbeitet. Das Ergebnis soll noch in diesem Jahr vorliegen. „Mit der Mehrwegquote geben wir den Konsumentinnen und Konsumenten die Wahlfreiheit zurück. Sie sollen entscheiden können, was sie kaufen. Und mit einem Pfandsystem verhindern wir das achtlose Wegwerfen von Müll in die Natur“, führt Gewessler aus.

Aktuell fallen in Österreich jährlich 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Laut Schätzungen des Umweltbundesamts werden es bereits 2021 eine Million Tonnen sein. Die Recyclingquote beträgt nur 25 Prozent, der Rest wird verbrannt. Auch die Mehrwegquote ist von 80 Prozent im Jahr 1995 auf aktuell nur noch 19 Prozent gefallen.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt den heute präsentierten 3-Punkte Plan gegen die Plastikflut als ersten Schritt in die richtige Richtung. „Seit Jahrzehnten steigt die Plastikproduktion stetig an und es wurde tatenlos zugesehen. Maßnahmen dagegen sind also längst überfällig. Es müssen jetzt die Weichen für eine klima- und ressourcenschonende Zukunft gestellt werden.“ betont Lena Steger, Ressourcensprecherin von GLOBAL 2000.

Die Plattform Verpackung mit Zukunft plädiert für faktenbasierte Entscheidungen: „Die präsentierten Maßnahmen haben negative Auswirkungen auf das Klima– dafür sprechen alle Daten und Fakten, die uns vorliegen“, so Axel Kühner, CEO der Greiner AG. Ökobilanzen von Verpackungen belegen jedoch deutlich, dass Glas-Mehrweg nur bei sehr kurzen Transportdistanzen geringere Auswirkungen auf das Klima hat. Werden die Flaschen zum Waschen und Befüllen weiter als rund 150 Kilometer transportiert, sind Mehrweglösungen aus Kunststoff klimafreundlicher. Auch PET-Einwegflaschen mit hohem Rezyklatanteil können hinsichtlich Umweltauswirkungen überzeugen – immer vorausgesetzt, die gebrauchten Flaschen werden richtig entsorgt und wiederverwertet.

Recyceltes PET reduziert CO2-Emissionen enorm
Das im Recyclingunternehmen PET Recycling Team Wöllersdorf (ein Unternehmen von ALPLA) hergestellte rPET spart im Vergleich zu Neuware bis zu 90 Prozent der Treibhausgasemissionen ein. Laut den Vorschlägen von Bundesministerin Gewessler sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen die zukünftige EU-Plastiksteuer für Österreich reduzieren. Dazu Günther Lehner, CEO ALPLA Group: „Die EU-Plastiksteuer soll auf jene Abfälle angewandt werden, die nicht recycelt werden. In Österreich sollen aber nun genau jene Verpackungen verdrängt werden, die sich besonders gut recyceln lassen.“

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