Initiatorin des Projekts Printstone-Design ist Heli Lassl. Die »Herrin der Steine« verfolgte schon lange die Idee, die Lithosteine, die teilweise seit er 100 Jahren im Keller der ehemaligen Druckerei Schreier & Braune lagern, einem künstlerischen Upcycling zu unterziehen. Lassl machte ab 1982 gemeinsam mit Robert Dornetshuber das Unternehmen zu einer der führenden Druckereien für Veranstalter in Österreich, bis es schließlich 2015 an einen großen Druckkonzern verkauft wurde.
Zuvor wurde bis in die 1950er-Jahre bei Schreier & Braune aber noch der Steindruck praktiziert. Sowohl rund 500 Lithosteine als auch die entsprechende Druckmaschine sind daher noch im Keller des ehemaligen Produktionsstandorts in der Aegidigasse 4 in Wien vorhanden. An derselben Adresse wurde nun ein Schauraum erffnet, wo Interessent*innen die Auswahl an Lithosteinen begutachten und jenen Stein auswählen knen, der sie anspricht und aus dem in weiterer Folge ein Designobjekt entstehen soll.
An der Umsetzung des Projekts sind neben Heli Lassl und dem »Steineflüsterer« Robert Dornetshuber, der die alte Kunst der Lithographie noch beherrscht, auch Fola Toptani – »Die mit den Steinen tanzt« – und der Möbeldesigner Markus Offner beteiligt. »Wir hatten keinen Fahrplan, wie wir die teilweise verschimmelten Steine behandeln und bearbeiten sollten oder wie man zum Beispiel bei sehr aufwendigen Lampen das Gestell mit dem Stein verbindet, ohne ihn dabei zu zersten«, berichtet Lassl. »Wir haben sehr viel probiert und lernen nach wie vor dazu.«
Feine Steine
Auf diese Weise fand das Team beispielsweise heraus, das Owatrol-Öl besonders geeignet ist, um die Steinoberfläche zu schzen. Wobei es vor allem »Stone Warrior« Markus Offner ist, der permanent mit den Steinen experimentiert und stets nach Möglichkeiten sucht, sie zum Leben zu erwecken. So entstehen bis zu 60 Kilogramm schwere Tische und Lampen, allesamt Unikate.
»Besonders faszinierend ist für uns die Verbindung von grafischer Kultur, handwerklicher Verarbeitung und nachhaltiger Wiederverwendung historischer Materialien«, erläutert Lassl. »Die Oberflächen tragen weiterhin die Spuren des ursprünglichen Druckbildes und machen jedes Objekt zu einem individuellen Zeitzeugen der Druckkunst.« Die nicht gerade alltäglichen Produkte sind übrigens ab einem Preis von 1.000 Euro zu haben, das Interesse an ihnen sei aber dennoch sehr groß, betont Lassl mit dem Verweis auf den ersten Messeauftritt von Printstone-Design: »Bei den Design Days 2025 in Grafenegg waren die Besucher*innen total begeistert von unseren Designobjekten. Das große Interesse an der besonderen Geschichte der Steine und ihrer neuen Bestimmung hat uns sehr gefreut.«