Turbulente Zeiten am Papiermarkt

Wie die Graphische Revue bereits im Juli berichtet hat, steht die Papierindustrie vor einem neuerlichen Kapazitätsabbau vor allem bei holzfreigestrichenen Papieren. Was die Papierpreise weiter anheizen dürfte.

Papiermarkt

Seit einigen Jahren schon bauen die Papierhersteller im Bereich grafischer Papiere Überkapazitäten ab. Knapp 21 Millionen Tonnen grafisches Papier (ohne Zeitungspapier) wurde 2017 europaweit abgesetzt. Im Jahr 2010 waren es noch 26,4 Millionen Tonnen. Der Papierverbrauch bei einzelnen Papiersorten soll laut Intergraf europaweit zuletzt jedoch wieder gestiegen sein und hat sich auf dem Niveau des Jahres 2012 eingependelt. Insgesamt wurde in den letzten Jahren durch Schließungen und Umrüstungen etwa in Scheufelen/Deutschland, Burgo/Italien, Stora Enso/Finnland oder UPM/Frankreich in Summe rd. 5,2 Millionen Tonnen an holzfrei gestrichenem Papier aus der Produktion genommen.

Im April kündigte etwa UPM am Standort Dörpen den Umbau der Papiermaschine 2 von Feinpapier auf Etikettenpapier an. Im Sommer hat Stora Enso eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, mit der eine Umstellung der finnischen Papierfabrik Oulu von grafischem Papier auf die Produktion von Verpackungskarton evaluiert werden soll. Bis Ende des Jahres soll bei Stora Enso eine Entscheidung gefällt werden. Wenn das durch geht, werden über 1 Million Jahrestonnen holzfrei gestrichener Papiere vom europäischen Markt verschwinden.

Automatisierungsdruck steigt
Die Konsequenz ist, dass die Papierpreise in den nächsten Jahren weiter anziehen werden. Schwer vorstellbar, dass die Druckbranche die Preissteigerungen ein zu eins weitergeben kann. Die Konsequenz ist, dass der Automatisierungsdruck für die Druckbranche weiter steigen wird. Die durchschnittliche Gesamtanlageneffektivität liegt etwa im Bogenoffsetdruck bei durchschnittlich 35 Prozent (Quelle: Heidelberg). Aber auch bei der Materialeffizienz ist Einsparungspotenzial vorhanden. Beim Papier beispielsweise entsteht ein Verlust von ca. 25 Prozent, hauptsächlich durch Beschnitt, Einrichtebogen bzw. Makulatur. Nur 750 kg der eingekauften Tonne Papier werden also tatsächlich als Druckprodukt an den Kunden verkauft (Quelle: Sappi).

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