Sappi und UPM: Konsolidierung im ganz großem Stil

Sappi und UPM haben am 4. 12. 2025 die Unterzeichnung einer unverbindlichen Absichtserklärung zur Gründung eines nicht börsennotierten, unabhängigen 50/50-Joint-Ventures für grafische Papiere bekannt gegeben. Aufgrund des rückläufigen Absatzvolumens über die vergangenen Jahre war klar, dass etwas passieren wird. Alleine 2025 ist das Ansatzvolumen im Europa für grafische Papiere um etwa 9 % gegangen. Mit dieser Ankündigung bleibt in der europäischen Papierindustrie kein Stein auf dem anderen.

grafische Papiere
Legende: V.l.: Steve Binnie, CEO von Sappi Limited, und Massimo Reynaudo, Präsident und CEO von UPM

Mit dem Joint Venture wird das europäische Geschäft mit grafischen Papieren von Sappi mit dem Bereich der Magazin -und Katalogpapiere von UPM in Europa, Großbritannien und den USA zusammengeführt. Die Transaktion unterliegt einer Reihe von regulatorischen Bedingungen, darunter auch die der Zustimmung der Aktionäre. Beide Unternehmen beabsichtigen, die Vereinbarungen im ersten Halbjahr 2026 zu unterzeichnen, und gehen davon aus, dass die geplante Transaktion bis zum Ende des Kalenderjahres 2026 abgeschlossen sein wird. Hier spielen die Wettbewerbsbehörden in Europa und USA sicherlich eine wichtige Rolle, denn mit Sappi und UPM schließen sich zwei große Player der Papierindustrie zusammen. Bei holzfrei gestrichenen Papieren kann man durch aus von einer dominierenden Markstellung sprechen.

Die Hintergründe, die zur Gründung des Joint-Ventures geführt haben, seinen der anhaltende Rückgang bei der Nachfrage von grafischen Papieren sowie die Überkapazitäten und niedrigen Auslastungsraten der Papiermaschinen. Diese erhebliche Erosion wurde durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst. Dazu gehören die Verlagerung hin zu digitalen Medien, rückläufige Einnahmen aus Printwerbung, sinkende Zeitungs- und Zeitschriftenauflagen sowie die Nutzung elektronischer Medien. Bei Sappi soll gerade noch ein europäischer Standort schwarze Zahlen schreiben und die Auslastung der Papiermaschinen war 2025 mit etwa 60 bis 70 % auch nicht berauschend.

Steve Binnie, CEO von Sappi Limited, und Massimo Reynaudo, Präsident und CEO von UPM, kommentierten ihre Entscheidung wie folgt: »Das geplante Joint Venture ist eine entschlossene Antwort auf die strukturellen Veränderungen in der europäischen Industrie für grafische Papiere und bietet einen Weg, um deren Widerstandsfähigkeit zu stärken und den Kunden eine langfristige Versorgungssicherheit zu bieten.«

Mit dem Schritt will Sappi sein Engagement im Bereich der grafische Papiere deutlich reduzieren und sich verstärkt auf wachstumsstärkere und höherwertige Produktsegmente ausrichten. Marco Eikelenboom, CEO von Sappi Europe, kommentierte das Vorhaben folgendermaßen: »Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist eine Konsolidierung unausweichlich. Die Konsolidierung wird die Versorgung für die europäische Druckindustrie absichern.«

Die Vorteile der Konsolidierung

Durch die strategische Umverteilung der Produktionsmengen auf die effizientesten Papiermaschinen wird das Joint Venture zu einer nachhaltigeren Kapazitätsauslastung führen und und gleichzeitig den Kunden weiterhin ein breites Portfolio an in Europa produzierten grafischen Papieren anbieten. Die geplante Transaktion wird so strukturiert sein, dass Sappi und UPM die Vermögenswerte in das neu gegründete Joint Venture einbringen können, wobei Sappi und UPM als Gründungsaktionäre jeweils 50 % der ausgegebenen Aktien halten.

Sappi wird folgende Vermögenswerte einbringen: das Werk Gratkorn (Österreich), das Werk Ehingen (Deutschland), das Werk Maastricht (Niederlande) und das Werk Kirkniemi (Finnland) sowie die Joint Ventures von Sappi Europe für die Holzversorgung.

UPM wird seine Vermögenswerte aus dem Bereich Communication Papers einbringen, die sich in den folgenden UPM-Werken befinden: Augsburg (Deutschland), Schongau (Deutschland), Nordland Papierlinien 1 und 4 (Deutschland),  Rauma einschließlich UPM RaumaCell (Finnland), Kymi (Finnland), Jämsänkoski Papierlinie 6 (Finnland), Caledonian (Vereinigtes Königreich) und Blandin (Vereinigte Staaten von Amerika).

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