Besonders betroffen sind Papierprodukte außerhalb des Verpackungssegments (-7,5 Prozent), während sich Verpackungen mit einem Minus von 2,0 Prozent etwas stabiler halten. Ein ernstes Warnsignal kommt aus dem Export: Der Wert der Ausfuhren sank um 6,6 Prozent, das ist für eine stark exportorientierte Branche ein ernstzunehmendes Alarmzeichen.
Eine Branchenumfrage unter den Top 30 PROPAK-Betrieben zur Einschätzung des Gesamtjahres unterstreicht dieses Bild: Die Stimmung in der österreichischen papierverarbeitenden Industrie ist gedämpft, die Erwartungen für das Gesamtjahr 2025 bleiben negativ. Die ersten Anzeichen für 2026 zeigen derzeit auch keine Verbesserung der derzeitigen Auslastungslage. Besondere Sorge bereiten die anhaltend schwache Nachfrage und die steigenden Kosten, die die Wettbewerbsfähigkeit weiter unter Druck setzen.
Beschäftigung noch stabil, aber Kostendruck wächst
Laut Branchenumfrage dürfte der Beschäftigtenstand in den PROPAK-Betrieben heuer trotzdem noch relativ stabil bleiben; erwartet wird ein leichter Rückgang von rund zwei Prozent. »Die Absatzmenge liegt heute auf dem Niveau von 2017, die Kosten sind aber auf dem Niveau von 2025 und höher als im europäischen Ausland. Das zeigt, wie groß der Druck inzwischen geworden ist«, betont PROPAK-Obmann Marko Bill Schuster.
Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen prüfen der Umfrage zufolge bereits Maßnahmen wie Outsourcing oder Verlagerungen bestimmter Segmente im Konzern. »Diese Entwicklung muss uns zu denken geben. Wenn wir unsere Industrie zukunftsfähig halten wollen, müssen Lohnkosten wettbewerbsfähiger gestaltet, Bürokratie spürbar reduziert sowie Innovation und Investitionen gezielt unterstützt werden«, sagt der Branchenobmann.
