Print-»Softlanding« als strategische Leitlinie

Die Verlagsbranche steht laut Trendumfrage 2026 des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und Highberg vor einer entscheidenden Wegmarke. Zwei Drittel der befragten Geschäftsführer zeigen sich optimistisch, das Digitalgeschäft wächst weiterhin zweistellig. Bereits einzelne Häuser decken ihre redaktionellen Kosten vollständig digital.

gedruckten Zeitung

Gleichzeitig schreitet die Degression im Print voran: Rund 60 Prozent erwarten das Ende der gedruckten Zeitung innerhalb von 15 Jahren. Ziel bleibt ein kontrolliertes »Softlanding«. Künstliche Intelligenz wird von 97 Prozent der Verlage als Effizienzhebel gesehen – vor allem in der Redaktion. Als größte Chancen gelten digitale Abo-Erlöse, größte Risiken bleiben Werbemarktrückgänge und steigende Kosten.

Transformation ohne Netz und doppelten Boden

Die Zahlen der Trendumfrage 2026 markieren keinen Stimmungsumschwung – sondern eine strategische Zuspitzung. Digital wächst, aber Print trägt vielerorts noch immer die wirtschaftliche Substanz. Genau darin liegt die »kritische Phase«: Der Übergang muss gelingen, bevor die ökonomische Basis im Print komplett erodiert.

Dass 60 Prozent der Verlage das Ende der gedruckten Zeitung binnen 15 Jahren erwarten, ist mehr als eine Prognose – es ist ein strategischer Countdown. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Branche nicht in Resignation verfällt. Investitionen in Datenkompetenz, KI und digitale Abo-Modelle sind Ausdruck eines aktiven Gestaltungswillens. Doch die wachsende Abhängigkeit von Plattform-Traffic bleibt ein strukturelles Risiko. Die Frage ist nicht mehr, ob digital wächst – sondern wer künftig die Wertschöpfung kontrolliert.

Signalwirkung auch für Österreich und die Schweiz

Auch wenn die Studie in Deutschland erhoben wurde, sind die Befunde für den gesamten DACH-Raum relevant. Steigende Zustellkosten, Druck- und Papierpreise sowie regulatorische Rahmenbedingungen betreffen österreichische und Schweizer Verlagshäuser in vergleichbarer Weise.

Mit der Strategie des »Print-Softlandings«: soll die Qualität gehalten, Produkte nicht vorschnell ausgedünnt werden. Für Druckereien und Produktionsbetriebe bedeutet das weiterhin Stabilität – jedoch unter wachsendem Kostendruck. Der digitale Strukturwandel beschleunigt sich. Für die Produktions- und Druckindustrie stellt sich damit weniger die Frage nach dem »Ob«, sondern nach dem intelligenten Zusammenspiel von Print-Exzellenz und digitaler Transformation.

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