Pläne für ein gedrucktes Boulevardblatt in den USA

Das US-Boulevardblatt New York Post plant eine neue gedruckte Zeitung in Kalifornien. Anfang 2026 werde The California Post erscheinen und ihren Sitz in Los Angeles haben, hieß es auf der Webseite der Boulevardzeitung, die zum Portfolio von Rupert Murdoch gehört.

The California Post

Neben einer täglichen Printausgabe sollen die Inhalte der »The California Post« auch digital erscheinen – inklusive Video, Audio und sozialen Medien. Der Plan lässt aufhorchen – seit Jahrzehnten gehen Auflagenzahlen von gedruckten Presseprodukten weltweit strukturell bedingt zurück, viele konzentrieren sich verstärkt auf digitale Angebote. Die California Post werde eine vertraute Mischung aus sogenanntem »Common-Sense-Journalismus«, Promi- und Unterhaltungsnachrichten sowie Sportberichterstattung über mehrere Plattformen hinweg bieten – darunter Mobilgeräte, Desktop, Audio, soziale Medien und Print, so  der CEO der New York Post, Sean Giancola. »Wir erreichen bereits drei Millionen Menschen im L.A.-Markt und über sieben Millionen in Kalifornien. Es gibt also bereits eine Zielgruppe, die wir ansprechen.«

Der kalifornische Medienexperte Jonathan Weber sagte, die Zeitungen des Bundesstaates setzten auf einen Mainstream-Ansatz im Journalismus. Das könne Raum für eine andere Art von Stimme bieten, die den aktuellen Wandel im Land widerspiegele. »Vielleicht gibt es Platz für einen kämpferischen, eher rechtsgerichteten, sensationsorientierten Ansatz«, meinte Weber. Allerdings sieht er Schwierigkeiten, die auf die Tageszeitung zu kommen könnten. Die New York Post sei beliebt bei Lesern, die das Boulevardblatt am Kiosk kaufen, bevor sie in die U-Bahn steigen – während in Kalifornien die Menschen meist mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Giancola betonte, dass die New York Post Media Group online eine deutlich größere Reichweite habe als mit der Printausgabe – dank dreier digitaler Marken. Im Juni hätten diese Seiten zusammen 90 Millionen monatliche Unique Visitors angezogen, so das Unternehmen. Die Post habe 2022 durch die Monetarisierung dieser Zielgruppen und einen »schlanken« Newsroom wieder die Gewinnzone erreicht, sagte Giancola. Zudem habe man neue Formate wie Podcasts, Videos und E-Commerce erschlossen.

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