»Die Lage bleibt angespannt. Die stabile Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen ist erfreulich, aber die Produktionskosten und hier vor allem die Energiekosten gehen weiter deutlich nach oben«, sagt Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria. Mit nachhaltigen Verpackungslösungen leistet die Wellpappe-Industrie einen unverzichtbaren Beitrag zu sicheren Lieferketten für Industrie, Handel und Bevölkerung. Wichtigste Abnehmer sind Lebensmittel- und Getränkehersteller mit rund 46 Prozent, gefolgt von langlebigen Gütern wie Maschinen, Möbel, Elektronikteilen und Automotive (20 Prozent) sowie E-Commerce-Verpackungen (rund 9 Prozent). 42 Prozent der in Österreich produzierten Wellpappe gehen in den Export.
Preisrallye bei Energie, Rohstoffen und Logistik
Für 2026 erwartet die Wellpappe-Branche weiteren Druck. »Wir sehen eine Preisrallye bei Energie, Rohstoffen und Logistik, getrieben durch internationale Krisen. Die kommenden Monate sind schwer kalkulierbar«, so Kaar. »Dank starker regionaler und europäischer Lieferketten sowie hoher Recyclingquoten ist die Versorgung aktuell gesichert«, betont der Branchensprecher.
Gleichzeitig wächst der bürokratische Aufwand durch neue EU- und nationale Vorgaben deutlich. Wobei die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die ab August 2026 zur Anwendung kommt, auch Chancen für eine harmonisierte Kreislaufwirtschaft bietet. »Bei sachgerechter Umsetzung stärkt sie nachhaltige Wellpappe-Lösungen«, so Branchensprecher Kaar. Wellpappe erfüllt bereits heute wichtige EU-Ziele: Sie besteht durchschnittlich zu 88 Prozent aus Recyclingpapier, wird in Österreich zu mehr als 90 Prozent recycelt, und ihre Fasern können bis zu 25 mal wiederverwendet werden. »Wellpappe ist ein Paradebeispiel für nachhaltiges Verpacken.«
Die österreichische Wellpappeindustrie investiert weiterhin konsequent in moderne Produktionsprozesse. »Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir laufend an innovativen Verpackungslösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch überzeugen«, sagt Horst Santner. Die innovativen Verpackungen und Displays werden jedes Jahr mit dem Wellpappe Austria Award ausgezeichnet. »Darüber hinaus bestätigt auch der internationale WorldStar Packaging Award die besondere Innovations- und Leistungskraft der heimischen Wellpappe-Branche,« so Santner. »2026 wird herausfordernd. Aber wir setzen auf unsere Stärken: Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung«, versichert Stephan Kaar.
Als Beispiel wie Wellpappe für eine nachhaltige Transportverpackung eingesetzt werden kann, zeigte das Forum Wellpappe Austria anhand des Case »woom bikes« auf. »Als Kinder- und Jugendfahrradhersteller tragen wir Nachhaltigkeit in unserer DNA«, sagt woom bikes Co-Founder Marcus Ihlenfeld. »Zum einen ist unser Produkt ein Vehikel, um die Freude am Radfahren und an aktiver, klimafreundlicher Fortbewegung zu verbreiten. Zum anderen wollen wir unseren Kindern eine lebenswerte und nachhaltige Welt hinterlassen und ihnen haltbare Produkte in die Hand geben, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden.« woom mit Hauptsitz in Wien ist eine absolute Erfolgsstory und bereits mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche fahren auf woom bikes.