Die Umstrukturierung erfolgt im Rahmen eines sogenannten »Schutzschirmverfahrens« – einem Verfahren, das dem Chapter 11 in den USA ähnelt. Die Umsätze des Druckmaschinenherstellers sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Der Rückgang ist in erster Linie auf einen stark schrumpfenden Markt für Druckmaschinen zurückzuführen. China, das historisch gesehen für 40 % der Verkäufe neuer Druckmaschinen ausmachte, ist am stärksten betroffen
Langley hat das Unternehmen seit der Übernahme der Bogenoffset-Sparte der ehemaligen Manroland AG aus der Insolvenz im Februar 2012 finanziell erheblich unterstützt. In seinem Jahresbericht und Jahresabschluss 2025 gab der diversifizierte Maschinenbaukonzern bekannt, dass die Verluste von Manroland Sheetfed allein für das Jahr 2025 43,2 Millionen Euro betrugen. Der Chairman und CEO Anthony Langley erklärte in seinem Jahresbericht: »Der Vorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass die Situation bei Manroland Sheetfed nicht nachhaltig ist, und prüft derzeit die möglichen Optionen.«
Der CEO betonte, dass unabhängig von der Lösung für die man sich letztendlich entscheiden, die installierte Basis weiterhin langfristig unterstützt werden soll. Eine nachhaltige Umkehr der externen Faktoren sei in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten und es sei eine umfassende strukturelle Neuausrichtung erforderlich, damit Manroland Sheetfed wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang. Im Rahmen des Schutzschirmverfahrens bleibt die Geschäftsführung für die Führung des Unternehmens verantwortlich, wobei ein vom Gericht bestellter neutraler Sachwalter das Verfahren begleitet. Externe Restrukturierungs- und Rechtsexperten der Kanzleien SGP Schneider Geiwitz und BUSE unterstützen die Geschäftsführung als Generalbevollmächtigte.
Mirko Kern, CEO von Manroland Sheetfed, sagte: »Es ist bedauerlich, dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden, aber ich appelliere an den Betriebsrat und die Gewerkschaften mit uns zusammenzuarbeiten, um die Maßnahmen umzusetzen, die wir und die Restrukturierungsexperten als notwendig erachten, um ein tragfähiges Geschäft zu erreichen und die verbleibenden Arbeitsplätze zu erhalten.
Heidelberg plant vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen bei Manroland Sheetfed an der im vergangenen Jahr angekündigte Kooperation zwischen beiden Unternehmen festzuhalten. Ein zentrales Projekt dabei ist die Installation der ersten Cartonmaster CX 145 Demomaschine für das Großformat ab Anfang April am Standort Wiesloch-Walldorf. Die Cartonmaster CX 145 basiert auf der Roland Evolution 900, die Heidelberg in ihr Ökosystem einbinden wird.