Der Maschinenbauer Kolbus aus Rahden ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach hat das fast 250 Jahre alte Unternehmen bereits am Freitag den 19. Juli beim Amtsgericht Bielefeld ein sogenanntes »vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren« angemeldet, schreibt das »Westfalen-Blatt«. Das Gericht hat das Verfahren angeordnet, bei dem die Geschäftsführung im Amt bleibt. Zum Sachwalter des Traditionsunternehmens wurde laut Pressemitteilung Rechtsanwalt Stefan Meyer der Kanzlei Pluta bestimmt. Rechtsanwalt Maximilian Michelsen ist zum Generalbevollmächtigten bestellt worden.
Zu den Gründen für das Eigenverwaltungsverfahren ist derzeit nichts bekannt. Das »Westfalen-Blatt« zitiert derweil aus einem Schreiben des Geschäftsführers Wilfried Kröger an die Mitarbeitenden. Kröger schreibt, man habe diesen Weg gewählt, um „die verbesserten Sanierungs- und Restrukturierungsmöglichkeiten des Verfahrens zu nutzen“. Weiter schreibt er laut dem Bericht: »Die Verfahrensart der Eigenverwaltung ist auf den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze ausgerichtet.«
Gehalt soll gesichert sein
Die 450 Mitarbeiter des Unternehmens sowie weitere 100 Mitarbeiter der Kolbus-Ausbildungs-GmbH sollen zunächst für drei Monate Insolvenzgeld der Arbeitsagentur erhalten. »Danach erfolgen die Zahlungen wie gewohnt aus den Mitteln des Unternehmens«, heißt es in dem Schreiben, aus dem das »Westfalen-Blatt« zitiert. Die Sanierungschancen von Kolbus stehen derweil offenbar gut, versichert der Insolvenzanwalt. Der Konzernumsatz des Unternehmens lag im Jahr 2020 bei rund 60 Millionen Euro.