Die Koehler-Gruppe hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr in einem sehr herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld erneut gut behauptet. Die im Geschäftsjahr 2024 erzielten Umsatzerlöse belaufen sich auf 1,091 Milliarden Euro (Vj. 1,143 Milliarden Euro). Hierzu beigetragen haben sowohl das Geschäftsfeld Papier als auch das Geschäftsfeld Erneuerbare Energie. Der Papierabsatz belief sich auf 490.889 Tonnen (Vj. 480.651 Tonnen) Papier.
Energiekosten als Wettbewerbsnachteil bei 66 % Exportanteil
Das globale Wachstum hat sich im Jahr 2024 auf 3,2 Prozent abgeschwächt und liegt weiterhin unter dem historischen Durchschnitt der Jahre 2000 – 2019 von 3,7 Prozent. In Deutschland war mit -0,2 Prozent ein Rückgang der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen. Branchenbezogen waren in der Papierindustrie ganzjährig unzureichende Kapazitätsauslastungen, resultierend aus einer schwachen Nachfrage, zu verzeichnen. Der Umsatz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie verringerte sich um 2,7 Prozent.
Die deutsche Papierindustrie exportiert einen großen Teil ihrer Produkte in das europäische, aber auch nicht-europäische Ausland und unterliegt daher den weltwirtschaftlichen und handelspolitischen Rahmenbedingungen. Kai Furler, Vorstandsvorsitzender der Koehler-Gruppe, betont: »Trotz einer weiterhin schwachen Nachfrage konnten wir unseren Umsatz im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau halten. Mit Sorge blicken wir allerdings auf die hohen Energiekosten für unsere in Deutschland produzierten Produkte, die für uns global einen Wettbewerbsnachteil darstellen.«
Hohe Eigenkapitalquote
Als kerngesundes Familienunternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 48,9 Prozent (2023: 52,4 Pro-zent) bei gestiegener Bilanzsumme ist die Koehler-Gruppe in der Lage, auch wirtschaftlich herausfordernde Zeiten gut zu meistern. Das langfristige Ziel von einer Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent soll spätestens im Jahr 2026 wieder erreicht werden.
EU-Verpackungsrichtlinie PPWR sorgt für Unsicherheit
Bereits im Jahr 2019 hat die Koehler-Gruppe mit der größten Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte von 300 Millionen Euro die Grundlage für den Einstieg in den Markt der flexiblen Verpackungspapiere gelegt. Das Wachstum des Geschäftsfeldes konnte weltweit im vergangenen Geschäftsjahr nicht so dargestellt werden wie ursprünglich geplant. Aktuell werden papierbasierte Verpackungen den kunst-stoffbasierten Verpackungen rechtlich gleichgestellt, was die komplette Branche verunsichert. »Notwendig ist eine sinnhafte Definition von Verpackungs-Klassifikationen, die umweltfreundliche, gut abbaubare Produkte als solche anerkennt und entsprechend fördert – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft«, macht Furler deutlich.
