Heidelberg – Maßnahmenpaket liegt am Tisch

Heidelberg will sich in Zukunft konsequente auf das profitables Kerngeschäft fokussieren. Unprofitable Geschäfte sollen geschlossen werden, wie etwa die „Primefire“ und der „Großformatdruck“. Weltweit sollen bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden. An der Vertriebsstruktur in der DACH-Region soll sich nichts ändern.

Maßnahmenpaket

Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG hat am 17. März ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, um kurzfristig die Strukturkosten zu reduzieren und die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig zu verbessern. Durch Konzentration auf das rentable Kerngeschäft und konsequente Anpassung der Kostenbasis soll eine Verbesserung beim EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis von 100 Mio. Euro realisiert werden. Gleichzeitig wird durch die Rückübertragung von Liquiditätsreserven aus Treuhandfonds die Nettofinanzverschuldung nahezu vollständig abgebaut werden. Dadurch wird sich die finanzielle Stabilität von Heidelberg deutlich verbessern.

 „Die Neuausrichtung von Heidelberg ist ein einschneidender Schritt für unser Unternehmen, der auch mit schmerzhaften Maßnahmen einhergeht. Indem wir unprofitable Produkte einstellen, legen wir unseren starken, profitablen Kern frei. In diesem Bereich werden wir durch die Chancen der Digitalisierung die führende Marktstellung von Heidelberg weiter ausbauen. Unseren Kunden weltweit werden wir weiterhin konsequent technologisch führende digitale Lösungen und Dienstleistungen anbieten“, sagt Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg. Aktuell hält Heidelberg einen Marktanteil von 42 %, allerdings in einem weiter schrumpfenden Markt. Das Prinzip Hoffnung werde jetzt endgültig ad acta gelegt, man konzentriere sich Profitabilität und nicht Umsatzzuwachs.

Finanzierung gesichert
Durch die teilweise Rückführung von Liquiditätsreserven in Höhe von rund 375 Mio. Euro aus dem Treuhandvermögen des im Jahr 2005 gegründeten Heidelberg Pension-Trust e.V. in das Unternehmen erhöht Heidelberg die Liquidität signifikant. Damit plant das Unternehmen, seine Finanzierungsstruktur durch den Abbau von Verbindlichkeiten, insbesondere durch die vorzeitige Rückführung einer Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 150 Mio. Euro, deutlich zu verbessern und die Neuausrichtung des Unternehmens zielgerichtet voranzutreiben.

Maßnahmenpaket zur Profitabilitätssteigerung
Heidelberg richtet sich neu aus und fokussiert sich dabei künftig auf das rentable Kerngeschäft, das im Schnitt eine EBITDA-Marge von über 8 Prozent erwirtschaftet. Von einzelnen Produkten, die deutlich zu wenig Ertragskraft generieren und mit einem jährlichen Verlust von in Summe rund 50 Mio. Euro die Profitabilität des Unternehmens erheblich belasten, wird sich Heidelberg trennen. So hat sich im Bereich des Digitaldrucks der Markt für das Produkt Primefire 106 aufgrund des schwierigen Branchen- und Marktumfeldes deutlich langsamer entwickelt als angenommen. Mit diesem Schritt gibt Heidelberg seine digitalen Fantasie endgültig auf und überlässt das Geschäft anderen Marktteil Phantasienehmern allen voran HP Indigo. Auch im Bereich Bogenoffsetdruck bleibt der Produktbereich „Großformat“ deutlich hinter dem angestrebten Umsatz zurück, da sich die Marktstruktur für dieses Teilsegment grundlegend verändert hat.

Mit der Neuausrichtung von Heidelberg geht wie bereits angekündigt auch eine nachhaltige Anpassung von Produktions- und Strukturkosten einher. Von den geplanten Maßnahmen werden insgesamt bis zu 2.000 Stellen weltweit betroffen sein, was auch Betriebsschließungen beinhalten kann. Die für die Umsetzung des Maßnahmenpakets notwendigen Einmalaufwendungen werden in Abhängigkeit vom Ergebnis der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und bilanziellen Belastungen im Geschäftsjahr 2019/2020 in Summe auf rund 300 Mio. Euro geschätzt.

Auf Nachfrage wurde versichert, dass das Kerngeschäft nicht nur Druckmaschinen sind, sondern auf End-to-End-Lösungen von der Druckvorstufe bis zur Weiterverarbeitung mit einem starken Digitalisierungsansatz gesetzt wird. Vor allem integrierte Systemlösungen für Maschinen, Software, Verbrauchsgüter und Performance-Services sollen die zukünftigen Umsatzträger sein. 

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