Gericht gewährt Landa einen Aufschub

Benny Landa ist es gelungen, das Insolvenzverfahren bis Ende August auszusetzen, um die massiven Schulden zu restrukturieren und neue Investoren zu gewinnen.

Landa

Landa Digital Printing ist mit rund 510 Mio. US-$ verschuldet. Der Großteil entfällt auf Investoren und Aktionäre. Ein Gericht hat am 10 Juli eine Aussetzung des Insolvenzverfahrens gegen Landa angeordnet und zwei Verwalter ernannt. Somit wurde dem Unternehmen eine Frist bis Ende August eingeräumt, um neue Investoren zu finden.

Der Unternehmer Benny Landa nahm an der Anhörung teil, lobte das Potenzial des Unternehmens und prognostizierte trotz seiner finanziellen Situation eine optimistische Zukunft. Bis heute wurden über 1,3 Milliarden Dollar in das Unternehmen investiert, zunächst von Landa selbst, der über 220 Millionen Dollar aus seinem eigenen Kapital beigesteuert haben soll, und in den letzten Jahren ist das Geld von Investoren gekommen

Dazu gehören die deutsche Milliardärin Susanne Klatten über den Altana-Chemiekonzern und das Beteiligungsunternehmen SKion sowie die schwedische Investmentfirma Winder. Landa ist mit 36,7 % der größte Anteilseigner. Altana hält 28,9 %, SKion 16,4 %, Winder 10 %, Landa Labs (Landas Holdinggesellschaft) 4,6 % und die Mitarbeiter des Unternehmens 3,1 %.

Weltweit keine Konkurrenten

Allgemein geht man davon aus, dass Landa während der eingeräumten First seine Schulden neue strukturieren kann und schlussendlich einen neuen Eigentümer finden wird. Benny Landa ist auf jeden Fall davon überzeugt: »Nach dem Verkauf von Indigo am HP dachte ich, ich würde die Druckindustrie verlassen und in andere Bereiche wechseln, aber dann entdeckten wir die Nanopigment-Tinte«, betonte Landa vor Gericht. »Während die HP-Indigo-Digitaldruckmaschinen kleine Auflagen verarbeiten, konzentriert sich Landa auf den Druck in sehr großem Maßstab.« Heute werde nur 4 Prozent des gesamten Druckvolumen auf digitalen Maschinen produziert. »Wir stehen am Anfang einer Revolution und sind allein auf diesem Gebiet, wir haben weltweit keine Konkurrenten«, schloss Landa sein Statement.

Mein Fazit

Das mit den 4 Prozent könnte schon hinkommen, doch das Landa keine Konkurrenz hat, ist wohl eher in die Kategorie »Wunschtraum« einzuordnen. Klar hat die Nanographie ihre Sweetspots, aber die Entwicklung der anderen digitalen Druckverfahren ist in den letzten zwölf Jahren ja auch nicht stehen geblieben – das zeigt sich bei Trocken- und Flüssigtonerverfahren und speziell im Inkjetdruck wurden gewaltige Fortschritte erzielt. Und ob sich die großen Digitaldruckplayer wie Canon, Fujifilm, HP-Indigo, Konica Minolta, Kodak oder Screen eine neue Technologie ins Haus holen wollen, ist doch fraglich. HP tut sich heute schwer bei der Abgrenzung von Flüssigtoner und Inkjet. Anfang September sollten wir wissen, wohin die Reise für Landa geht.

 

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