Nach einer Phase, in der die letzten Aufträge abgewickelt werden, wird das Werk bis Ende 2026 endgültig geschlossen. Das Unternehmen hatte im März ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet, das ist ein spezielles Insolvenzverfahren mit dem Ziel einer Sanierung. In seinem Jahresbericht und Jahresabschluss 2025 gab der diversifizierte Maschinenbaukonzern Langley bekannt, dass die Verluste von Manroland Sheetfed allein für das Jahr 2025 43,2 Millionen Euro betrugen. Der Chairman und CEO Anthony Langley erklärte in seinem Jahresbericht: »Der Vorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass die Situation bei Manroland Sheetfed nicht nachhaltig ist, und prüft derzeit die möglichen Optionen.«
Die Krise bei Manroland Sheetfed ist vielschichtig. China, das historisch rund 40 Prozent der Neumaschinenverkäufe ausgemacht hatte, brach zuletzt als Absatzmarkt massiv weg. Gleichzeitig fehlten Investitionen in die Produktentwicklung und eine glaubwürdige Roadmap für die Digitalisierung. Anthony Langley betonte im März, dass man eine Lösung finden wird, um die installierte Basis weiterhin langfristig zu unterstützten. Wie diese aussehen wird, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen.
