»Die seit Jahrhunderten andauernde Geschichte von Druckprodukten belegt die hohe gesellschaftliche und demokratiepolitische Relevanz. Digitalisierung und Nachhaltigkeit stellen die Druckbranche vor neue Herausforderungen, Innovation birgt neue Möglichkeiten. Der Druck Medien Tag bietet eine wichtige Plattform, darüber zu diskutieren“, betonte Thomas Gegenhuber, Stadtrat für Wirtschaft und Innovation bei der Eröffnung des Druck Medien Tags im OÖ Nachrichten FORUM in Linz.
»Druckprodukte schaffen Aufmerksamkeit und sind im Medienmix unverzichtbar, um die eigenen Zielgruppen gut zu erreichen. Das ist unbestritten. Auch beim Thema Nachhaltigkeit gibt es gute Gründe, auf Print zu setzen«, sagte Gerald Watzal, Präsident des Verband Druck Medien. »Wir haben als Branche massiv in nachhaltigere Produktion investiert und haben namhafte Expert:innen eingeladen, um über aktuelle Studienergebnisse und nachhaltige Geschäftsmodelle zu diskutieren.« Mit 15 Expert:innen und mehr als 100 teilnehmenden Gästen aus der Druck- und Medienbranche zog der Verband Druck Medien eine zufriedene Bilanz seines wichtigsten Branchentreffpunkts.
Nachhaltige Geschäftsmodelle für die graphische Industrie
»Trotz langjährigem Engagement im Bereich Nachhaltigkeit bleibt Print von Vorurteilen belastet“, so startete Rüdiger Maaß, Mitinitiator von „WE.LOVE.PRINT“ seinen Vortrag. Doch wie kann sich Print von Vorurteilen befreien und die eigenen Stärken im Umweltbereich besser ausspielen? Dazu machten sich neben Rüdiger Maaß auch Klaus Reisinger, Geschäftsführer von ClimatePartner, Volker Leonhardt, Vorstand Vertrieb und Marketing bei Müller Martini, Julia Rohmann, Referentin für Umweltschutz und Arbeitssicherheit im Bundesverband Druck und Medien e.V. sowie Patrick Mader, Referent für Wirtschaft und Kommunikation bei Austropapier Gedanken und gaben Insights aus dem Druckprozess.
KI als Fluch und Segen für Nachhaltigkeit
Künstliche Intelligenz ist vieles, aber vor allem auch energieintensiv. Laut Angaben von OpenAI verbraucht eine Anfrage an Chat GPT nur 0,34 Watt Strom und 0,32 Milliliter Wasser. Allerdings bleiben hier die Trainingsdaten und die Rechenzentren unberücksichtigt, die für den Betrieb von Chatbots unerlässlich sind. Zudem kommt: Je komplexer der Prompt, desto hoher der Energieverbrauch. Und wenn Bilder oder Videos verarbeitet werden, steigt dieser zusätzlich. Dennoch kann Künstliche Intelligenz dazu beitragen, Unternehmen und Produktionsprozesse zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten. »KI macht Print smarter, relevanter und ressourcenschonender«, sagte Keynote-Speaker Roman Weishäupl und zeigte in seinem Vortrag, wie Unternehmen die Chance KI heute schon ergreifen und den Wandel aktiv gestalten können. AuchBarbara Herbst, Gründerin von en.AI.ble und KI-Beraterin erläuterte anhand von aktuellen Daten Potentiale für Druckereien.
Nachhaltigkeit in Ausschreibungen
Und wie können Druckereien ihre Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit für die Kundenakquise und öffentliche Ausschreibungen nutzen? Tatsächlich zeigen Betriebe wie die Salzburger Festspiele eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit auch bei öffentlichen Ausschreibungen gelebt werden kann. Margarethe Lasinger, Leiterin Dramaturgie und Festspielarchiv ist stolz darauf, dass die Salzburger Festspiele regional und nachhaltig einkaufen und berichtete, wie die Umstellung gelang. Theresa Karall, Vergaberechtsspezialistin bei bei PHH Rechtsanwält:innen verwies auf das Bestbieter-Prinzip, in dem Kriterien wie Nachhaltigkeit durchaus ihre Berechtigung haben und auf den Leitfaden für die Vergabe von Druckaufträgen des Verband Druck Medien und der Fachgruppe Druck.
