Der Sweet Spot der Landa-Technologie

Ruhig geworden ist es in den letzten Jahren um Landa. Vereinzelt treffen Meldungen über den einen oder anderen neu gewonnenen Kunden ein. Einen davon haben wir vor Kurzem besucht – die Blueprint AG in München. Sie hat im April 2021 eine Wendemaschine installiert. Mit dem Vorstand Gerhard Meier haben wir ein sehr offenes Gespräch geführt, wie er die Landa-Technologie einschätzt.

Blueprint

Die Blueprint AG ist vor etwa 15 Jahren in den Digitaldruck eingestiegen und hat die technologische Entwicklung hautnah miterlebt und selbst gesehen, wie lange es dauern kann, bis eine Technologie wirklich ausgereift ist. »Das war bei Indigo so und trifft jetzt auch auf Landa zu. Ihre endgültige Marktreife erlangen neue innovative Drucksysteme erst in der Praxis«, betont Meier und erklärt weiter, dass sich viele Praxissituationen in einem Laborbetrieb einfach nicht nachstellen lassen.

Bereits 2012 war der umtriebige Unternehmer auf der Suche nach einer Lösung, die die Auflagenlücke zwischen dem Digital- und Offsetdruck schließt. Dabei stieß er auf die Landa-Technologie. Auf der drupa 2016 wurden die Verträge unterschrieben, und dann ging das Warten los. »Damals hieß es, die Entwicklung sei in etwa zwei Jahren abgeschlossen. Schlussendlich haben wir fünf Jahre auf die Maschine gewartet.« Trotzdem bereut er die Entscheidung keine Sekunde lang. Vielmehr ist er absolut davon überzeugt, dass die Investition für Blueprint goldrichtig ist, wobei er auch an dieser Stelle darauf hinweist, dass »nicht alles Gold ist, was glänzt« – aber dazu später mehr.

Der beste Außendienst sind zufriedene Kunden
Vor 25 Jahren ist Blueprint mit einer GTO an den Start gegangen. Heute beschäftigt das Unternehmen 160 Mitarbeiter*innen und betreibt vier Offsetmaschinen im 3B-Format, die im Drei-Schicht-Betrieb laufen; darüber hinaus ergänzen verschiedene digitale Drucksysteme den Maschinenpark. Als vollstufiger Offsetbetrieb verfügt das Unternehmen über eine leistungsfähige Vorstufe, und auch im Finishing und der Veredelung ist Blueprint breit aufgestellt. Die Werbetechnik rundet das Angebot ab.

»Der Grund für unser Wachstum ist unsere uneingeschränkte Leidenschaft, wie wir die Zusammenarbeit mit unseren Kunden leben und die ist von Qualität und absoluter Flexibilität geprägt.« Die Zahlen sprechen für sich – monatlich werden bis zu 2.000 Aufträge durch das Unternehmen geschleust. Und mit einem Schmunzeln versichert Meier, dass der beste Außendienst zufriedene Kunden sind – und deshalb verzichte er auch ganz bewusst auf einen eigenen. Auf der Referenzliste finden sich namhafte Agenturen, internatio­nale Marken, genauso wie Industrie- und Pharmakonzerne. »Dies sind auch die Kunden, die immer auf der Suche nach etwas Neuem sind, und mit der Landa können wir ihnen hier einiges bieten.«

Vom Röhrenfernseher zum Ultra-HD-TV
Die Landa S10P habe von Anfang an auch im Schön- und Widerdruck eine sensationelle Qualität geliefert. Das sei ein Qualitätssprung, vergleichbar dem von einem Röhrenfernseher zu einem Ultra-HD-Screen. Aus der Sicht von Meier ist dies der größte Qualitätssprung im Druck in den letzten Jahrzehnten. Selbst bei klassischen CMYK-Jobs wirken die Bilder wesentlich brillanter und offener. Bei RGB-Daten könne man das Qualitätspotenzial der Landa voll ausschöpfen. Sie arbeitet mit sieben Farben – neben CMYK mit Orange, Grün und Blau –, wodurch sich ein größerer Farbraum ergibt und sich selbst Pantone-Farben sehr gut umsetzen lassen. »Der größere Farbraum scheint gewissen Kunden zu gefallen, die auch bereit sind, mehr dafür zu bezahlen.« Wichtig sei, dass die Daten richtig aufbereitet sind, und das übernimmt die Vorstufe von Blueprint.

Im letzten Jahr hat sich gezeigt, wo der »Sweet Spot« der Landa bezüglich der Auflage liegt – zwischen 200 und 1.000, maximal 1.500 Bogen, und das Ganze noch mit möglichst großem Seitenumfang. Gerade bei dieser Art der Aufträge kann die Landa ihre Effizienz durch die Einsparung von Druckplatten und eine geringere Makulaturrate über die gesamte Prozesskette ausschöpfen. Eine weitere Möglichkeit, bei der Meier ins Schwärmen kommt, ist das »Collected Printing«, bei dem alle Seiten hintereinander blockweise produziert werden. Nach dem Schneiden kann der Block sofort klebegebunden werden, und man erspart sich das Falzen komplett.

Gedruckt wird auf der Landa-Wendemaschine fast alles, was im Akzidenzbereich gefragt ist – Magazine, Kataloge, Bücher, Kalender, Personalisierung im ­Großformat und Sprachmutationen. Überhaupt nicht wählerisch sei die Landa S10P bei den Bedruckstoffen, und das sowohl bei gestrichenen als auch bei ungestrichenen Papieren. Positiv bewertet Meier, dass wasserbasierte Tinten zum Einsatz kommen, was das Anwendungsspektrum nochmals erweitere. Wie bei allen digitalen Druckverfahren drängt sich die Frage nach dem Geschäftsmodell auf. Neben der Investition und der monatlichen Servicepauschale wird ein Klickpreis pro Bogen verrechnet. Blueprint hat sich für einen fixen Klickpreis entschieden. Ein auftragsbezogener Klickpreis auf Deckungsgrad sei realitätsfremd, da man bei der Kalkulation noch gar nicht den Flächendeckungsgrad abschätzen könne.

Luft nach oben

Befragt nach der Verfügbarkeit der Landa, meint der Geschäftsführer, dass es hier schon noch Luft nach oben gebe. Aktuell liegt man bei 65 Prozent, wobei die Verfügbarkeit durch regelmäßige Updates laufend gesteigert wird. »Wenn wir eine Verfügbarkeit von 80 Prozent erreichen, dann liege ich jeden Tag auf dem Buckel und lach mich kaputt«, betont der Bayer mit einem breiten Grinsen. Was die Maschine brauche, ist Futter. »Wenn wir in zwei Schichten 20 Aufträge und mehr produzieren, verdienen wir schon heute richtig Geld mit der Landa.« Meier nimmt sich aber auch kein Blatt vor den Mund: Absolut unzufrieden ist er mit dem Anleger, mit dem die Drucker massiv zu kämpfen hatten. Deshalb hat man sich bei Blueprint dazu entschieden, Formatwechsel so weit wie möglich zu vermeiden und weitgehend im 70/100-Format zu drucken, um die Effizienz entsprechend hoch zu halten.

Das Resümee von Maier fällt nach einem Jahr eindeutig aus: »Früher oder später wird die Druckbranche an der Landa nicht vorbeikommen. Wenn ich mir anschaue, wie sich unsere Maschine in puncto Verfügbarkeit, Rentabilität und Profitabilität darstellt, dann ist das nur noch eine Frage der Zeit. Dafür ist mit Sicherheit auch der Spirit verantwortlich, mit dem Landa seine Technologie weiterentwickelt.«

www.landanaono.com

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