Eingeleitet wurde diese Transformation vor über 15 Jahren durch Christoph Gamper. Als CEO ist es ihm gelungen, dem Unternehmen einen neuen Spirit einzuhauchen und das Team mit auf die Reise zu nehmen. Gemeinsam haben sie Durst Schritt für Schritt als Hightech-Unternehmen positioniert, das Geschäftsmodell optimiert und damit die Kundenbindung gestärkt. Das spiegelt sich auch im Marktauftritt von Durst wider und reicht vom stringenten Corporate Design über das durchdachte Produktdesign bis zur ansprechenden Architektur an den Standorten in Brixen und Lienz. Mit der Architektur visualisiert Durst, dass hier etwas Besonderes geschieht.
Industrial Intelligence
Christoph Gamper erkannte auch sehr früh, dass sich Wettbewerbsvorteile künftig nicht mehr allein über Druckqualität oder Produktivität definieren lassen. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo Maschinen, Software und Daten zu einem intelligenten Gesamtsystem zusammenwachsen. Begriffe wie Industrial Intelligence oder digitale Produktionsplattformen sind für Durst keine Schlagwörter, sondern Ausdruck einer langfristigen Unternehmensstrategie. Gerade darin liegt die eigentliche Leistung des aktuellen Managements. Es denkt nicht in Produktzyklen, sondern in Technologien, Plattformen und Ökosystemen. Druck bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil – aber nicht mehr der alleinige Mittelpunkt.
Kraftwerk, die Heimat von Spin-offs und Start-ups
Weitsichtig war auch die Eröffnung des »Kraftwerks« im Jahr 2022, das als Heimat der firmeneigenen Spin-offs und Start-ups fungiert. Ein Beispiel dafür ist die D3-AM GmbH, die im Bereich der additiven Fertigung tätig ist und sich auf die Produktion von technischer Keramik spezialisiert hat. Die Anwendungsbereiche liegen hier außerhalb der Druckindustrie, etwa im Bereich Automotive, Luftfahrt oder Medizintechnik. Ein mittlerweile sehr erfolgreiches Start-up ist Allsides, das digitale Zwillinge in 3D-Form von Produkten mit einem ausgeklügelten 3D-Scanner generiert, die in Webshops zum Einsatz kommen. Auf der Referenzliste findet man große Sportartikelhersteller genauso wie internationale Modeketten und große Player aus der Hightech-Branche.
Zugang zu Spitzenforschung
Mit der Übernahme von Aleph im Jahr 2023 hat Durst sein Engagement im Textildruck ausgebaut und errichtet jetzt gerade in Como für 20 Millionen Euro einen Industrie- und Technologiehub. Die Textilbranche steht erst am Anfang der Digitalisierung und ist Teil der Wachstumstory der Durst Group. Bis 2030 will man den Umsatz von aktuell 430 Millionen Euro mindestens verdoppeln. Ein cleverer Schachzug ist auch die Unterstützung der Venture Labs der Technischen Universität München. Damit sichert sich Durst den Zugang zu Spitzenforschung und kann gezielt Projekte in der Robotik, KI und der additiven Fertigung vorantreiben, um sie in skalierbare, widerstandsfähige Lösungen umzusetzen.
Ob Durst all die Ideen und gesteckten Ziele erfolgreich umsetzen kann, wird sich zeigen. Sicher ist, dass Durst die Herausforderungen angenommen hat und die Transformation des Unternehmens und der Branche aktiv mitgestaltet. Das ist sicherlich auch die zentrale Erkenntnis aus dem NEXT Technology Festival: Die Zukunft der Druckindustrie entscheidet sich an der Fähigkeit, Technologie, Software und industrielle Prozesse intelligent und effizient miteinander zu verbinden. Mit KYVERIS haben Christoph Gamper und sein Team ein offenes Konzept vorgestellt, mit dem das Realität werden könnte. Bis 2030 sollen an die 600 Systeme bereits in KYVERIS integriert sein und von der Orchestrierung durch die »Industrial Intelligence« profitieren.
