Single-Pass-Systeme haben sich vor allem im Wellpappendruck etabliert, wo hohe Produktivität und industrielle Durchsätze gefragt sind. Im grafischen Markt stehen die Technologien jedoch vor zusätzlichen Herausforderungen: Neben der wirtschaftlichen Produktion kleinerer Auflagen spielt die Verarbeitung unterschiedlichster Materialien eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wird häufig eine matte oder seidenmatte Oberfläche gefordert, während UV-Drucke von Natur aus eher glänzend erscheinen.
Um diese Anforderungen zu erfüllen, entwickelten Fujifilm und Barberán gemeinsam neue UV-Tinten und eine digitale Lackierlösung. Die von Fujifilm entwickelten Tinten sollen eine hohe Druckqualität auf einer breiten Palette von Substraten ermöglichen und den Bedarf an analogen Grundierungen deutlich reduzieren oder sogar vollständig ersetzen. Dadurch erweitert sich das Spektrum bedruckbarer Materialien, insbesondere bei dünneren Papieren und flexiblen Substraten.
Ergänzt wird die Lösung durch eine vollständig integrierte digitale Lackiereinheit, die eine seidenmatte Oberfläche erzeugt. Während digitale Lacke in Multi-Pass-Systemen bereits etabliert sind, stellt deren Integration in einen Single-Pass-Prozess eine technische Herausforderung dar. Die neue Lösung wurde erstmals auf der FESPA 2026 vorgestellt und anschließend bei Barberán im Live-Betrieb demonstriert.
Das Nautilus-System erreicht laut Hersteller eine Produktionsleistung von mehr als 1.400 Bogen pro Stunde im Format 2.050 x 1.600 Millimeter. Jeder Bogen kann dabei individualisierte Inhalte enthalten. Dank eines speziellen Ausrichtungssystems soll auch der Duplexdruck mit hoher Passergenauigkeit möglich sein.
»Mit der neuen, vollintegrierten digitalen Lackierfunktion für den Single-Pass-UV-Druck ermöglichen wir unseren Kunden ein völlig neues Maß an Produktivität, Substratvielfalt und kreativer Freiheit«, sagt Oliver Mills, Single-Pass Marketing Manager bei Fujifilm Ink. Mit der gemeinsamen Entwicklung wollen Barberán und Fujifilm die Einsatzmöglichkeiten des Single-Pass-Drucks weiter ausbauen und insbesondere Anwendungen adressieren, bei denen hohe Produktivität, Flexibilität und individuelle Druckinhalte gefragt sind.
