Graphische Revue
  

Die verlängerte Werkbank
für Bogen- und Rollendrucker
01.03.2013

Die Druckerei Sandler produziert Besonderes in großen Auflagen. Und hat nun eine ganz besondere Maschine installiert: eine Speedmaster XL 106 mit  zehn Farben-, je zwei Lack- und Trockenwerken, Rollenquerschneider und Logistik. Die Technologie ist einzigartig in Österreich. Genau wie die Auftragsstruktur des Unternehmens.


Die verlängerte Werkbank<br />
für Bogen- und Rollendrucker

Ein  Tretroller symbolisiert vielleicht am auffälligsten den Aufstieg, den die  Druckerei Sandler in den letzten Jahren genommen hat. Denn einen solchen Tretroller benötigt Geschäftsführer Hannes Sandler mittlerweile, um in vertretbarer Zeit den Drucksaal seines Betriebes zu durchqueren. „Mit dem Gefährt kurve ich durch die Halle, das geht am schnellsten bei den Strecken, die man hier zurücklegen muss“, sagt Sandler, greift sich den Roller und fährt los. 7.500 Quadratmeter Produktionsfläche hat die Druckerei mittlerweile und obwohl der Neubau erst zwei Jahre alt ist, platzt er schon wieder aus allen Nähten.  Eine neuerliche Ausdehnung ist nicht mehr so einfach, da die Druckerei zwischen Donau und einer kleine Hügelkette liegt. – darum muss ein kleiner Teil der Hügelkette weichen - Baugrund für eine zusätzliche Erweiterung wurde gekauft, und die Planungsphase ist voll im Gange.

Verlängerte Werkbank
Sandlers Druckprodukte müssen üblicherweise noch viel weitere Strecken zurücklegen als der Chef mit seinem Tretroller. Fast 40 Prozent Exportquote hat die Druckerei mittlerweile, Sandlers Hauptmarkt ist Deutschland. „Wir sind einerseits die verlängerte Werkbank für deutsche Bogen- und Rollendruckereien, die Veredelungen oder komplexe Technologien der Weiterverarbeitung nicht anbieten können und wir bedienen teilweise direkt die deutsche Autoindustrie, Werbe- und Produktionsagenturen oder den Telekommunikationsmarkt“, erklärt Sandler.

So einzigartig die Auftragsstruktur der niederösterreichischen Druckerei am heimischen Druckmarkt scheint, so einzigartig ist auch die Investition, die Hannes Sandler nun getätigt hat: Seit einigen Wochen produziert die erste Speedmaster XL 106-5+LYY-P-5+L mit zehn Farbwerken, zwei Lack- und Trockenwerken, Rollenquerschneider und Logistik bei Sandler. Dabei handelt es sich um eine Zusatzinvestition. Ende Mai 2013 wird eine XL 106-8P+L der 18.000er Generation mit acht Farben und Lack eine 4,5 Jahre alte XL 105-8P+L der 15.000er Generation ersetzen. 30 XL 70/100 Druck- und Lackwerke werden dann im Drucksaal arbeiten. Aber die Druckmaschinen alleine sind zu wenig – darum wird stetig in Veredelungs- und Weiterverarbeitungstechnik investiert – in den letzten Monaten alleine über eine Million Euro.

Geschwindigkeit zählt
Sandler weiß, worauf er sich einlässt: „Mir ist klar, dass es riskant ist, was wir tun. Wir bauen in diesem Jahr die Druckkapazität um mehr als das Doppelte aus. Aber ich weiß auch, dass wir damit die richtige Entscheidung treffen“, so Sandler. Denn mit der nun installierten XL 106-Wendemaschine mit LPL-Technologie kann Sandler eine andere Maschine für den nun von ihm forcierten Packaging-Markt freispielen: „Bisher sind fast alle Lackaufträge im Akzidenzbereich auf unserer Sechsfarben-Maschine gelaufen, das hat uns einigermaßen behindert bei den Packaging-Aufträgen. Nun kann ich die Akzidenzaufträge mit Lack auf der Zehnfarben-Maschine laufen lassen“, erklärt Sandler sein Konzept.

Geschwindigkeit zählt eben. Diese Geschwindigkeit erzielt Sandler nun nicht nur mit der neuen XL 106, die beidseitig dispolackiert 15.000 Bogen pro Stunde zu produzieren imstande ist, sondern auch mit dem Rollenanleger, den er vor die Maschine gespannt hat. „Das erlaubt uns aber nicht nur eine höhere Fortdruckgeschwindigkeit. Gleichzeitig können wir mit der variablen Abschnittslänge gegenüber Rollendruckern punkten, die eben uns ihre Aufträge weitergeben“, sagt Sandler. „Das mit dem Rollenquerschneider ist aber so eine Sache. Es muss die Auftragsstruktur einfach stimmen – hohe Auflagen und wenig Auftragswechsel - sonst rechnet sich der Querschneider auch in 400 Jahren nicht“, so Hannes Sandler.

Um ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Mengen Sandler druckt, muss man seinen Papierverbrauch näher betrachten: 2012 waren es knapp 4.000 Tonnen. Heuer wird die Druckerei etwa 5.500 bis 6.500 Tonnen Rollenpapier und etwa 600 bis 700 Tonnen Bogenpapier benötigen.

Der Drucker entscheidet
Die neue XL 106 in Sandlers Drucksaal wird entsprechend ausgelastet. „Wir reizen diese Maschine voll aus, sonst würde sich so eine Investition auch gar nicht auszahlen“, sagt Sandler. Bei den Auflagenhöhen, die er verarbeitet, läuft die Maschine mit einem einzigen Auftrag oft mehrere Tage lang durch. „Die Stabilität in der Performance der Maschine ist für mich absolut überzeugend. Genau wie das Konzept der Wendetechnologie, die Heidelberg anbietet“, verweist Sandler auf einen technologischen Vorteil bei Heidelberg, der enorm wichtig ist, um die Qualitätsansprüche seiner Kundschaft auch erfüllen zu können.


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