Graphische Revue
  

Papierindustrie geht mit der Google-Kampagne
Go Paperless 2013 hart ins Gericht
17.01.2013

Google ermutigt Konsumenten mit der Kampagne "Go Paperless 2013" ihre Unternehmen auf eine papierlose Kommunikation umzustellen. Google wird dabei von einer Reihe von Unternehmen unterstützt. Die Kampagne ist ein Beispiel für eine umweltbezogene Marketingkampagne, mit der Google versucht seine eigenen Dienstleistungen zu vermarkten. Die Auswirkungen seiner eigenen Aktivitäten auf die Umwelt lässt Google dabei unter den Tisch fallen. Die Fakten zeigen, dass die Grünfärberei von Google absolut nicht den Tatsachen entspricht.


Die Two Sides Initiative hat eine Reihe von Fakten zusammengetragen, um hier mehr Objektivität in die Diskussion zu bringen:

• Google braucht 2,3 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität im Jahr. Das würde über 200.000 US-Haushalte für ein Jahr versorgen oder 40 Empire State Buildings.
• Der Energieverbrauch von Datenzentren macht ungefähr 2 Prozent des jährlichen Elektrizitätsverbrauchs in den USA aus.
• Für jede Kilowattstunde, die für Rechnerleistungen in einem typischen Rechenzentrum verbraucht werden, wird beinahe eine weitere zusätzliche Kilowattstunde gebraucht, um die Kühl- und Heizsysteme zu betreiben.
• 100 Suchanfragen an Google entsprechen einer 60 Watt Glühbirne, die für 20 Minuten brennt, wobei 0,03 kWh Elektrizität und 20g Kohlendioxid verbraucht werden.

Greenpeace betont, dass elektronischer Abfall der am schnellsten wachsende Bestandteil des kommunalen Abfalls ist. In Europa wächst E-Abfall bereits um 3 bis 5 Prozent pro Jahr, fast dreimal schneller als die gesamte kommunale Menge. Die Anzahl an elektronischen Produkten, die weggeworfen werden, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und beträgt 20 bis 50 Millionen Tonnen jedes Jahr. Weltweit macht elektronischer Abfall 5 Prozent des kommunalen Abfalls aus, der sehr schwer recycelt werden kann.

Papier hingegen wird aus Holz gemacht, einem nachhaltigen und erneuerbaren Produkt. Verantwortungsbewusst verwaltete Wälder sind eine kritische Ressource, die der Umwelt nützen. Natürlich braucht es Energie, um Papier zu produzieren, aber diese ist meist erneuerbar. So stammt in den USA 65 Prozent und in Europa 54 Prozent der Energie, die gebraucht wird um Papier und Zellstoff zu produzieren, von erneuerbarer Biomasse.

Also, bevor Konsumenten dazu aufgefordert werden, ohne Papier zu leben ("Go Paperless"), und insbesondere bevor diesen erzählt wird, dass elektronische Dienstleistungen besser für die Umwelt seien, sollte Google & Co vor ihrer eigenen grünen Tür kehren.

 


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