Graphische Revue
  

Handy-Werbeblocker ängstigt digitale Wirtschaft
26.11.2012

AdBlock Plus, die beliebteste Anti-Werbung-Browsererweiterung im Computer-Bereich erscheint in einer Version für mobile Geräte. Hersteller Eyeo verspricht, dass es mit dem neuen Ad-On erstmals möglich sein wird, jegliche nervende Werbung von einem Smartphone fernzuhalten. Die Online-Werbewirtschft fürchtet sich vor großen Umsatzeinbußen im Hoffnungsmarkt mobile Geräte. Auch sozialen Netzwerken drohen Verluste, wie die Financial Times berichtet.


"Das wird die erste App, die sämtliche Werbung von Ihrem Telefon entfernt. Es gibt großen Bedarf für solche Software", sagt Eyeo-Mitbegründer Till Faida. Für den noch immer im Wachstum befindlichen mobilen Online-Werbemarkt muss das wie eine Drohung klingen. Medien, Werbeagenturen, soziale Netzwerke, Blogger und viele andere Seiten-Betreiber, deren Angebote werbefinanziert sind, müssen mit Einbußen rechnen. Im Jahr 2011 wurden mit mobiler Werbung weltweit rund vier Mrd. Dollar umgesetzt. Das künftige Wachstumspotenzial gilt gemeinhin aber als enorm.

Wie groß der Schaden durch AdBlock Plus und andere, vergleichbare Software sein könnte, ist schwierig abzuschätzen. Die PC-Version von AdBlock Plus wurde allein für Firefox mehr als 180 Mio. Mal heruntergeladen. Sollten die Nutzerzahlen im mobilen Bereich ähnliche Werte erreichen wie bei Computern, wären die Einbußen bereits beachtlich.

Gefahr für Gratis-Netz
Werbetreibende Unternehmen warnen, dass ein breitflächiger Einsatz von Werbeblockern eine allgemeine Gefahr für Gratis-Inhalte im Internet darstellen. Das erkennt auch AdBlock-Vertreter Faida an. Er rät der Industrie damit aufzuhören, aggressive, nervende Werbung zu schalten. Soziale Netzwerke, die großteils auf mobile Werbung als Geschäftsmodell der Zukunft hoffen, könnten ebenfalls unter den Umsatzeinbussen leiden. "

Online-Werbung ist durch das enorme verfügbare Angebot von Haus aus ein Geschäftsfeld, in dem einzelne Einschaltungen kaum Geld kosten. Große Umsätze werden lediglich über die Masse erzielt. Sollten sich mobile Ad-Blocker zum Massenphänomen entwickeln, müssen Facebook und Co ihre Zukunftspläne wohl überdenken.


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