Graphische Revue
  

In der Druckvorstufe auf einer neuen Wellenlänge
03.09.2010

Die Mitteldeutsche Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg, modernisierte ihre digitale Druckformherstellung mit der Anschaffung von zwei Kodak Generation News Systemen. Die vollautomatischen Zeitungsplattenbelichter, die mit der Squarespot Thermobebilderung arbeiten, haben drei CTP-Systeme aus dem Jahr 2000 ersetzt. Dabei handelte es sich um Maschinen, die mit 532-nm-Grünlasern konventionelle Fotopolymer-Laserplatten belichteten.


In der Druckvorstufe auf einer neuen Wellenlänge

Hauptprodukt des Unternehmens ist die Mitteldeutsche Zeitung, die in 17 Lokalausgaben mit einer Gesamtauflage von rund 230.000 Exemplaren erscheint. Außerdem produziert das Druckhaus Anzeigenblätter mit bis zu 19 Ausgaben, die es zusammen auf eine wöchentliche Auflage von 1,1 Millionen bringen. Die Produktion läuft auf drei Zeitungsoffsetrotationen von KBA, deren täglicher Plattenbedarf im Durchschnitt 1.200 Stück beträgt. Es gibt aber auch Tage, an denen die Vorstufe die Rotationen mit bis zu 2.000 druckfertigen Platten versorgen muss.

Jedes der beiden Generation News Systeme, die das Druckhaus in der X-Geschwindigkeitsversion besitzt, bebildert bei 1.270 dpi Auflösung stündlich bis zu 250 Platten in dem in Halle verwendeten Format von 341 x 516 mm. Was den Durchsatz angeht, übertrifft die neue CTP-Technik die bisherigen Systeme, die zu dritt maximal 420 Platten in der Stunde belichten konnten, erheblich. Die große CTP-Kapazität ist vor allem bei der täglichen Zeitungsproduktion in den letzten eineinhalb Stunden vor dem Andruck um 21.00 Uhr gefragt.

Plus bei Produktivität und Prozessstabilität
Neben der höheren Produktivität und Effizienz der CTP-Lösung von Kodak wertet Dirk Borrmann den Umstieg auf die thermische Plattenbebilderung auch hinsichtlich der Prozessstabilität als bedeutenden Schritt nach vorn. Er ist innerhalb der Leitung der Drucktechnik für die Koordination der Produktion verantwortlich. „Bei unserer alten Technik hatten wir immer mit schwankenden Belichtungsresultaten zu kämpfen. Wir waren gezwungen, alle zwei bis drei Tage Testplatten anzufertigen, um den Gesamtprozess zu überprüfen – wozu wir aufgrund des hohen Termindrucks eigentlich gar keine Zeit haben“, berichtet Dirk Borrmann. „Bei Thermo-CTP ist das nicht mehr nötig. Die Stabilität der Plattenherstellung und damit die Produktionssicherheit ist hoch. Außerdem gibt es kein Spitzerlaufen der Platten nach Druckbeginn mehr.“ Das will einiges heißen, schließlich wird in Halle mit einem relativ feinen AM/XM-Hybridraster gedruckt.

Seit der Umstellung auf die neue CTP-Technologie im Mai 2010 verwendet das Druckhaus die Kodak ThermalNews Gold Platte. Für deren Entwicklung schließen an die Generation News Systeme direkt Kodak Mercury P-HD 850 Verarbeitungsanlagen an, die ebenfalls neu angeschafft wurden. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit kommt die ThermalNews Gold Platte den Anforderungen an eine schnelle CTP-Bebilderung entgegen. Zudem weist sie mit ihrer nominalen Auflagenleistung von mehr als 200.000 Druckabrollungen eine hohe Robustheit auf. Da das Druckhaus bedingt durch häufige Motivwechsel und Doppelproduktion kaum mehr als 150.000 Drucke pro Plattensatz produziert, ist man mit der Kodak Platte in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Sicherheit hat das Mitteldeutsche Druck- und Verlagshaus mit Anschaffung der neuen CTP-Lösung auch im Hinblick auf mögliche künftige Investitionen in neue Druckmaschinen gewonnen – schließlich sind die beiden ältesten Rotationen in Halle Baujahr 1992. Ganz gleich, ob eine solche Entscheidung zugunsten des Nassoffsets oder der Wasserlos-Technologie fallen würde, mit der CTP-Lösung von Kodak wäre man für beide Verfahren gerüstet.


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