Graphische Revue
  

KBA präsentiert erste drupa-Neuheiten
06.02.2012

Drei Monate vor Messebeginn präsentierte sich KBA am 3. Februar im Rahmen des Stuttgarter Druckforums unter der Headline „Ausblick und Einblick in die drupa 2012 – KBA-Innovationen für den modernen Bogenoffset“.


Während vor der Finanzkrise noch ca. 9 Mrd. Euro pro Jahr weltweit an Druckmaschinen (ohne Digitaldruck) umgesetzt wurden, waren dies 2011 nur noch ca. 4,4 Mrd. Euro. Für 2012 ist allenfalls ein leichtes Wachstum wahrscheinlich, allerdings mit Unterschieden zwischen Bogen und Rolle. Trotz enormer Personalanpassungen bei allen Herstellern liegt die Kapazität bei Offsetmaschinen für die einzelnen Marktsegmente immer noch etwas über dem geringeren Nachfragevolumen. Die Folge ist ein ungesunder Preiskampf, der auch eine der wesentlichen Ursachen für die Insolvenz von Manroland gewesen sei. Der von manchen marktfernen Verbandsvertretern und Anwendern als Königsweg propagierte Verzicht auf Innovationen, produktivere Technik und industrielle Prozesse im Druck löse die Branchenprobleme nicht. Dafür gebe es in der Industriegeschichte genügend Beispiele.

sprinting ahead“ zur drupa
Gerade deshalb stehe der KBA-Messeauftritt zur drupa unter dem Slogan „sprinting ahead“. Als innovativer Druckmaschinenbauer wolle KBA die Print-Zukunft weiter aktiv mitgestalten – beispielsweise mit dem Einstieg in den Digitaldruck und der Nutzung digitaler Technologien und Prozesse in Kombination mit dem analogen Offsetdruck zur drupa 2012. Zusätzlich zu den vier Bogenoffsetmaschinen und vier Rollen-Exponaten auf dem KBA-Stand präsentiert Toray in direkter Nachbarschaft unter der Rubrik „Nachhaltigkeit“ eine Rapida 106 im wasserlosen UV-Offsetdruck auf anspruchsvollen Materialien.   

Das Spektrum der KBA-Neuheiten auf der drupa beginnt mit einer High-Volume Inkjet-Rolle für den individuellen Druck von Büchern, Akzidenzen und Zeitschriften. Die zum ersten Mal präsentierte Maschine aus eigener Produktion arbeitet mit wasserlöslichen Farben und Druckköpfen von Kyocera. Sie produziert 4/4-farbig individualisiert oder in Kleinauflagen. Die maximale Bahnbreite beträgt 762 mm, die minimale 203 mm bei variabler Drucklänge. Im beidseitigen 4c-Druck soll die Bahngeschwindigkeit etwa 150 m oder 500 ft/min betragen. Weitere Details zur Digitaldruck-Einstiegsmaschine will KBA erst später bekannt geben.

Im Bogenoffset wird der weiterentwickelte Rüstzeitweltmeister im Mittelformat, die Rapida 106, auf der Messe als Achtfarbenmaschine für den 4 über 4-Druck mit Inline-Lackierung für die Bogenvorder- und rückseite zu sehen sein. Zu den weiteren Neuheiten gehören u. a. ein neuer Lackturm mit simultanem Lackformwechsel und automatischem Rasterwalzen-Loader, sowie neue Module im Bereich der Inline-Qualitätsüberwachung und -regelung. Am Beispiel einer hoch automatisierten Rapida 145 für den Verpackungsdruck stellt KBA auf der drupa seine neue Großformatgeneration vor, bei der viele Innovationen vom Rüstzeitweltmeister Rapida 106 übernommen wurden.

Digital trifft Offset
Um den Reigen der vielen drupa-Neuheiten etwas zu entzerren, wurde die neue Mittelformat-Baureihe Rapida 105 bereits im November 2011 anlässlich der Messe All in Print im chinesischen Shanghai vorgestellt. Sie basiert auf der Plattform der High-End-Anlage Rapida 106 und unterscheidet sich vom Vorgängermodell durch mehr Automatisierungsoptionen und die auf 16.000 Bogen/h gesteigerte Druckleistung (16.500 Bogen/h als Option). Auf der drupa wird die Rapida 105 als Hybrid-Anlage Offset/Inkjet mit einem neuartigen Eindruckwerk präsentiert. Bisher scheiterte die Integration meist an der durch die in Bogenmaschinen üblichen Greifersysteme vorgegebene zu große Distanz zum Bedruckstoff. Bei dem künftig für Rapida-Maschinen als Option erhältlichen neuen Bogenführungskonzept wird der Bogen ohne Korridore und Niederhalter auf dem Zylinder fixiert und hebt am Bogenende nicht mehr ab. Damit lassen sich Inkjet-Systeme in einer Distanz von nur 1 mm zum Druckbogen installieren und eine ganze Palette weiterer neuer Inline-Prozesse erschließen. UV-LED-Trockner im Anschluss an die Inkjet-Köpfe sorgen für die schnelle Trocknung der Tinte.   

Die Anwendungsmöglichkeiten für Inkjet-Systeme in Bogenmaschinen sind vielfältig. Sie reichen von der Bogenmarkierung für die Qualitätsüberwachung bis hin zu Codierungen für den Markenschutz (Strich-, QR-, Zahlencodes oder Kombinationen) und andere Einsatzfelder. Das können Sicherheitsdrucke ebenso sein wie Verpackungen, Etiketten, Lotteriescheine oder die industrielle Produktkennzeichnung. So können z. B. bis zu acht UV-Inkjetköpfe von Atlantic Zeiser in einem Druckwerk der Rapida 105 oder 106 untergebracht werden. Diese High Speed-Graustufendrucker eignen sich auch hervorragend für lackierte, laminierte, glänzende und nichtsaugende Materialien. Ein MiniController ermöglicht das Systemhandling für Kennzeichnungs-, Inspektions- und Qualitätssicherungsprozesse. Für die Verifizierung variabler Daten und die Qualitätskontrolle steht ein Hochgeschwindigkeits-Kamerasystem zur Verfügung.   


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