Graphische Revue
  

Kodak schlittert in die Insolvenz
19.01.2012

Kodak hat nach zig erfolglosen Sanierungsversuchen jetzt Insolvenzantrag gestellt. Während des Verfahrens nach Capter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechtes will das Unternehmen weiterarbeiten. Dazu habe man sich eine Kreditlinie von 950 Millionen Dollar bei der Citigroup gesichert. Die Tochtergesellschaften außerhalb der USA seien von der Insolvenz nicht betroffen.


Kodak schlittert in die Insolvenz

Kodak betont das man über ausreichend Liquidität verfüge, um den Geschäftsbetrieb während des Gläubigerschutzes Aufrecht zu erhalten. Koadak rechnet damit das Insolvenzverfahren bis 2013 zu beenden. In den USA ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Konzerne mit Hilfe des Gläubigerschutzes sanieren. Über eine Kodak-Insolvenz war bereits seit Monaten heftig spekuliert worden, die ersten konkreten Hinweise gab es schon im Oktober. Eine Serie von Verlustjahren hatte die Bargeldreserven angegriffen. Das rund 130 Jahre alte Unternehmen hatte selbst gewarnt, dass ohne neue Mittel binnen zwölf Monaten das Aus kommen könnte.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit den Folgen der Digitalisierung der Fotografie. Antonio Pérez, der 2005 den Chefsessel übernahm, meinte noch bei seinem Amtsantritt, dass Kodak die digitale Revolution anführen werde und man in zwei, drei Jahren als Musterbeispiel für den Wandel zu einem „digitalen Unternehmen“ dastehen werde. Weit gefehlt. Die Bilanz von Pérez sieht ernüchternd aus, und Kodak hat über die Jahre hinweg einen dramatischen Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Der 14,2-Milliarden-US-Dollar-Umsatz des Jahres 2005 ist 2010 auf gerade einmal 7,2 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. In all den Jahren ist es Pérez kein einziges Mal gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben.
Viele werfen dem Unternehmenschef vor, eine halbherzige Strategie zu verfolgen. Obwohl der Konzern 2005 die Nummer 1 auf dem US-Markt für Digitalkameras war, gab Pérez kurze Zeit später auf: Das Geschäft mit Digitalkameras sei „Blödsinn“, meinte er lapidar. Die Sparte Consumer Digital reduzierte er auf Desktop-Inkjetdrucker, Kiosklösungen für die Fotoausarbeitung und die Internetplattform Kodak Gallery. Mittlerweile gibt es zwar wieder Digitalkameras mit dem Kodak-Label, aber die Konsequenzen des Zickzackkurses waren dramatisch – Kodak ist als Consumer-Marke in der absoluten Bedeutungslosigkeit versunken. 2001 belegte Kodak noch Platz 27 in einem weltweiten Ranking der 100 wichtigsten Marken – heute scheint Kodak darin gar nicht mehr auf. Insofern wäre es nur konsequent gewesen, wenn Pérez den vollständigen Rückzug aus dem Consumer-Bereich awerden ngetreten und sich auf den Business-to-Business-Bereich konzentriert hätte, was jetzt durch das Insolvenzverfahren wahrscheindlich beschleunigt wird.


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