Graphische Revue
  

Google zahlt Milliarden an Zeitungsverleger
14.10.2011

Im Rahmen des World Newspaper Congress 2011 in Wien hat Stefan Tweraser, Google-Country-Manager Deutschland, vor Vertretern der Zeitungsbranche über die Beziehung zwischen Verlegern und dem Suchmaschinenriesen referiert. "Jeder Inhalt im Internet muss gefunden werden. Wenn man sich eine Welt ohne Google vorstellt, dann weiß ich nicht, ob das besser oder schlechter für die Verleger wäre", sagt der Google Deutschland-Chef.


Viele Zeitungsmacher werfen Google vor, dass der Konzern Geld mit Inhalten macht, für deren Erstellung die Zeitungen viel Geld ausgegeben haben. Die Umsätze des Unternehmens mit Werbeeinschaltungen im Internet sind gigantisch und wachsen ständig. "Google hat 2010 über sechs Mrd. Dollar an Verleger bezahlt. Wir teilen unsere Umsätze mit den Content-Produzenten. Außerdem versorgen wir die Zeitungen über unsere Services mit mehr als 100.000 Geschäftsmöglichkeiten in der Minute", sagt Tweraser. Der Manager betont auch, dass Google jedes Jahr große Summen in die Ausbildung von Journalisten investiert, um die Qualität der Inhalte auf hohem Niveau zu halten.

Trotzdem fühlen sich die Verleger von Google bedroht. Sie weisen darauf hin, dass Google praktisch ein Monopol auf Werbung im Internet hat. "Für all unsere Services gibt es Konkurrenzprodukte. Unser Anteil am globalen Werbemarkt ist sehr gering", argumentiert Tweraser. Wenn man nur den digitalen Werbemarkt betrachtet, steigt dieser Anteil jedoch. "Aber auch hier kann man keinesfalls von einem Monopol sprechen", stellt der Google-Deutschland-Chef klar. Der Neid mancher Zeitungsverlage auf Google geht inzwischen so weit, dass sie ihre Inhalte nicht an Google weitergeben wollen.

Content für Google soziale Währung
Ob die Zeitungen ihre Inhalte gratis anbieten, ist für Google nicht relevant. "Auch Bezahlinhalte müssen gefunden werden", kommentiert Tweraser. Inhalte werden allerdings auch in Zukunft von zentraler Bedeutung für den Suchmaschinen-Konzern bleiben. "Content ist eine soziale Währung. Ohne Inhalte gibt es auch kein Social-Web, da erst dadurch Diskussionen angeregt werden. Google+ soll in erster Linie diese Debatten fördern und nicht Inhalte generieren", sagt Tweraser. Um originäre Inhalte zu schützen, hat Google seinen Algorithmus angepasst, um Abschreibern das Leben zu erschweren.

Die Zukunft liegt laut Google im mobilen Bereich. Er rät Verlegern, ihre Services auf diesem Gebiet auszubauen, da der Markt weiterhin mit enormem Tempo wächst und die Qualität der Angebote noch zu wünschen übrig lässt. Außerdem glaubt der Google-Manager, dass Kunden nicht bereit sind, für alle Inhalte, die sie konsumieren wollen, Abos abzuschließen. Deshalb setzt Google mit One Pass auf eine Pauschalabgabe. "Google ist offen für Kooperationen mit Medienhäusern. Wir sorgen bei viele Medienauftritten im Internet für 20 bis 50 Prozent des Traffic", schließt Tweraser.


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