Graphische Revue
  

Starke Print-Marken und zuverlässige Kundenbeziehungen als Assets
30.09.2011

Mut zur Diversifikation war bei den Österreichischen Medientagen gefragt und die heimischen Medienhäuser verlegerischer Herkunft zeigen ihn. Starke Print-Marken und zuverlässige Kundenbeziehungen sind dabei Assets, die auch in der digitalen und mobilen Medienwelt zählen.


Das Vorarlberger Medienhaus ist bereits vor gut einem Jahrzehnt zu neuen Geschäftsfeldern aufgebrochen. "Wir haben sehr früh diversifiziert und gespürt, welche Verkaufskraft eine regionale Tageszeitung haben kann", betonte Eugen Russ in der Diskussion bei den Medientagen. Diversifizierung über die Kauftageszeitung hinaus heiße aber auch, bewusst Akzente zu setzen. Mit seinen Produkten erreicht das Medienhaus in Vorarlberg wöchentlich eine Reichweite von 95 Prozent. "Noch glücklicher stimmt uns aber", so Russ, "dass wir selbst bei den 14- bis 29-Jährigen 97 Prozent Reichweite haben", weshalb es keinerlei Grund gebe, "da von großem Pessimismus bei Print zu sprechen".

Die Abhängigkeit von Print reduzieren
Ungeachtet dessen sieht er den Digitalbereich als große Chance an, "noch viel weiter in die Tiefe zu gehen, noch tiefere Wurzeln in unserer Regionen zu schlagen und die Effizienz des digitalen Bereiches in die Organisation einfließen zu lassen." Sein Haus gehe davon aus, "dass wir schlanker und effizienter werden müssen – und unsere Benchmark ist dabei das beste Portal im jeweiligen Bereich". Man werde den Diversifizierungskurs nicht zurückfahren, "weil es das Hauptziel ist, die große Abhängigkeit von Print zu reduzieren, aber das bestehende Geschäft abzusichern".

Auch durch bezahlte Inhalte: "Die Menschen sind seit Jahrzehnten gewohnt, für Zeitungsinhalte zu zahlen, das heißt: Überall wo 'Vorarlberger Nachrichten' drauf steht, muss – anders als bei der Gratisschiene des Medienhauses – bezahlt werden, sei das mobile oder im Print." Russ geht allerdings auch davon aus, dass das Internet, wie wir es heute kennen, in spätestens drei Jahren "ziemlich tot sein wird" und alles "zu Mobile hinmigriert". Daher sei es notwendig, "dass alles, was wir heute im Web machen auch mobile funktioniert." Um sich jedoch in der mobilen Welt behaupten zu können, müsse man spezielle und zusätzliche Services anbieten.

Gasser: Auf die Qualität der Inhalte kommt es an, damit der Kunde zahlt
Dessen ist sich der Vorstandsvorsitzende des "WirtschaftsBlattes" Hans Gasser gewiss. Man habe daher ab 2007 – "das war damals noch etwas Exotisches" – sehr konsequent den Kurs verfolgt, "dass die digitalen Produkte der Marke 'WirtschafsBlatt' als bezahlte Inhalte angeboten werden. Mit der Verschlüsselung von Online-Inhalten mussten keine sinkenden Reichweiten hingenommen werden, man konnte im Gegenteil immer mehr Abonnenten gewinnen. Gasser: "Wir brauchen den Mut, dass alles einmal klein anfängt. Zu diesem Mut möchte ich auch die Werbewirtschaft ermuntern, weil diese Entwicklung nicht nur TKP-getrieben bewertet werden soll."

Heute habe das "WirtschaftsBlatt" die höchsten Wachstumsraten bei den mobilen Angeboten: "Dass die Rechnung aufgeht, beweist dieses Jahr. Nach acht Monaten  haben wir mit unseren digitalen Produkten 63 Prozent Umsatzplus zum Vorjahr. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass diese klare Strategie Bezahlprodukten Erfolg hat." Grundsätzlich gelte es aber, sich "noch mehr auf die Qualität der Inhalte zu konzentrieren, damit der Kunde, der dafür zahlen soll, auch weiß, warum", sagte Gasser.

Kralinger: "Wir setzen bewusst auf die Kernwerte unserer Marke"
Eine starke Print-Marke, einen Höchststand bei den Abonnenten und funktionierende Kundenbeziehungen sind auch für "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger eine viel versprechende Ausgangslage zur Diversifikation. "Daher setzen wir einerseits stark und bewusst auf die Kernwerte Qualität und Relevanz. Um dieses Zentrum herum können wir unsere Produkte anbieten" – und etwa 25 Prozent des Anzeigenumsatzes kommen bereits aus markenkonformen Zusatzprodukten. Allerdings sieht Kralinger bei der Monetarisierung von Online-Inhalten noch ein "Konkurrenzproblem", wenn etwa der ORF seine aus Gebührengeld finanzierten Informationen und Inhalte gratis anbiete.

(Quelle: VÖZ)


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