Graphische Revue
  

Anzeigenblätter trotzen der Printkrise
30.07.2010

"Manchmal ist im Umfeld unserer Branche von der Printkrise die Rede. Auch wir haben davon gehört. Wir gedenken allerdings nicht daran teilzunehmen." Mit diesen Worten präsentiert sich der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) in einem neuen Imagefilm. In Hinblick darauf, dass klassische Medien wie Fernsehen und Tageszeitungen Einbußen bei den Werbeeinnahmen hinnehmen mussten , ist das eine mutige Aussage.


Die neutrale Allensbacher Werbeträger Analyse belegt, dass über 85 Prozent der Deutschen über 14 Jahren Anzeigenblätter lesen. "Rund 60 Prozent lesen sogar regelmäßig ihr jeweils lokales Anzeigenblatt, das zur Wochenmitte und immer häufiger auch am Wochenende erscheint", erläutert Wolfram Zabel, Sprecher des BVDA . "Es handelt sich also um nahezu 39 Mio. Menschen, die regelmäßig Anzeigenblätter lesen."

63 Prozent lesen das gesamte Blatt
Laut Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sind den Medien im letzten Jahr zwei Mrd. Euro an Werbeerlösen verloren gegangen. Auch die Anzeigenblätter hatten Einbußen von 2,1 Prozent. Diese waren im Vergleich zu den gut 16 Prozent von Tageszeitungen und Fernsehen jedoch sehr moderat.

Die hohe Akzeptanz der Wochenblätter mit 30 bis 40 Prozent redaktionellen Inhalten erklärt der BVDA u.a. mit der Lokalität. Die Nachrichten, Veranstaltungstipps, Sport, Kultur und die Werbung betreffen die Umgebung, aus der die Leser kommen. Für die Werbetreibenden ist wiederum die hohe Haushaltsabdeckung und flächendeckende Verteilung – auch an Werbeverweigerer – attraktiv. Die wöchentliche Auflage der Anzeigenblätter liegt bei über 91 Mio. Exemplaren. Laut der Studie Anzeigenblatt-Qualität lesen über 63 Prozent der regelmäßigen Leser nahezu das gesamte Anzeigenblatt durch.


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