Graphische Revue
  

Kommentar zur Kärtner Druckerei
21.07.2010

Der wirtschaftliche Misserfolg der Kärntner Druckerei (KD) war seit Jahren erkennbar und der Eigentümer (SPÖ Kärnten) nicht dementsprechend reagiert hat. So hatte die KD oft Probleme, einen größeren Kundenkreis als den Traditionellen anzusprechen, da sie als „Parteidruckerei“ galt. Längst hätte sich die KD Partner suchen müssen, die ihr diese Möglichkeiten eröffnen hätten können. Text: Franz Bittner


Eines hat sich in den letzten zehn Jahren klar gezeigt. Parteinahe Unternehmungen können dann erfolgreich sein, wenn sie eine hohe gesellschaftsrechtliche Unabhängigkeit und eine Freie - von Weisungen und Wünschen - Unternehmensführung besitzen. Solche positiven Beispiele gibt es auch.

Die KD bzw. deren Eigentümer hat sich sporadisch um das Unternehmen gekümmert und nicht permanent. Ein Teil der Beschäftigten meinte oft, dass der Eigentümer eher dem sozialen Wohl der Dienstnehmer verpflichtet sei und nicht dem wirtschaftlichen Erfolg (ein Irrtum). Daher hat sich die Unternehmensführung eher dem Abbau von sozialen Leistungen der Beschäftigten gewidmet und nicht den Möglichkeiten des Marktes, denn ohne Zweifel gebe es in der Region Kärnten und Steiermark genügend Kunden, die hochwertige Druckprodukte benötigen.

Einige Chancen wurden auch vertan, so gab es vor Jahren die Möglichkeit einer Kooperation mit der Leykam – derzeit eher ein Unternehmen, dass „etwas“ weniger Probleme hat, als andere große Rollendrucker.

Der „ungeplante“ Konzentrationsprozess unserer Druckereien wird leider weitergehen – auch wenn es eine neue Konkursordnung gibt. Die Kärntner Druckerei ist Opfer und Täter zugleich. Eines auch klar ausgesprochen: Der KV und die Löhne waren es nicht und die Mitarbeiter schon gar nicht. Es war das Unvermögen vieler Verantwortlicher in der Vergangenheit, die zu diesem Konkurs geführt haben. Sich auf den Eigentümer zu verlassen, war wahrscheinlich der größte Fehler.

Im Nachhinein eine Kurzanalyse zu machen ist natürlich auch einfach. Würde jeder Mensch die Fragen wissen, hätte jeder in Österreich einen akademischen Grad.


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