Graphische Revue
  

Aller Anfang ist schwer
06.04.2015

Benny Landa hat es 2012 mit seiner Nanographic Printing Technology zweifelsohne geschafft, der drupa seinen Stempel aufzudrücken. Das Versprechen von Landa, mit der Nanografie den Break-even-Point des Digitaldrucks nach oben zu verschieben, klang ziemlich verlockend. Doch mittlerweile ist es ruhig um Landa geworden. Das Konzept der Maschine musste vollkommen überarbeitet werden und damit hat sich auch der Start des Betatest-Programms mehrmals nach hinten verschoben. Im zweiten Halbjahr 2015 soll es jetzt endlich so weit sein und eine B1-Maschine für den Verpackungsdruck in den Feldtest gehen. Bis zur drupa 2016 muss ein verkaufsfähiges Produkt verfügbar sein, ansonsten wird die Branche ihr Interesse an der Nanografie verlieren. Wie das gelingen soll, hat uns Benny Landa in einem Exkulsiv-Interview beantwortet.


Aller Anfang ist schwer

Graphische Revue: Bei der drupa 2012 haben Sie einen durchwegs optimistischen Ausblick für die Druckindustrie gegeben – und das sogar für den Akzidenzdruck. Hat sich dieser Ausblick durch die digitale Explosion eingetrübt und wie wirkt sich dies auf die Strategie der Landa Corporation aus?
Benny Landa: Es gibt starke Anzeichen, dass die Rezession in den USA und Europa zu Ende geht. Drucker sind weit optimistischer als noch vor einem Jahr. Das ist nicht nur ein Bauchgefühl, sondern auch durch statistische Zahlen unterlegt. Weltweit wurden im letzten Jahr Druckprodukte im Wert von über 900 Millionen US-Dollar (760 Mio. Euro) verkauft.
    Damit steigt auch die Anzahl der Anwendungen, die mit unseren Maschinen produziert werden können. Dazu gehören Verpackungen für Lebensmittel und Getränke genauso wie Displays für den Point of Sale oder Beschilderungen für den Innenbereich. Aktuell konzentrieren wir uns auf diese Anwendungsgebiete.
    Aber selbst im Publishing-Segment ist wieder etwas Optimismus eingekehrt, nachdem sich gezeigt hat, dass die Umsatzerwartungen der digitalen Medien dem Hype hinterherhinken. Obwohl die Auflagenzahlen rückläufig sind, kommt es zu zahlreichen Neugründungen von gedruckten Special-Interest-Magazinen. Das unterstreicht, dass die Menschen Farbe auf Papier mögen. Das haptische Erlebnis eines Buches lässt sich mit einem E-Book nicht simulieren.
Wer Technologieentwicklungen analysiert, kann die menschliche Natur und gelernte Kulturtechniken nicht außer Acht lassen. Unter technischen Gesichtspunkten gibt es heute keinen Grund mehr, ins Kino zu gehen, aber man tut es nach wie vor. Einen Film gemeinsam anzusehen, ist einfach ein anderes Erlebnis, als ihn alleine zu Hause zu sehen. Leute sehnen sich nach menschlichen Kontakten. Gedruckte Bücher schaffen eine Intimität, die E-Book-Leser vermissen. Nach 5000 Jahren papiergestützter Kommunikation wird es noch sehr lange dauern, bis sie durch digitale Medien ersetzt wird.

Das heißt, der Ausblick, den Sie zur drupa 2012 für die Branche gegeben haben, ist immer noch intakt?
Absolut. Das größte Wachstum kommt in Zukunft aus dem Verpackungsbereich, denn Verpackungen werden niemals durch irgendwelche digitalen Formen substituiert. Der Verpackungsmarkt wächst weltweit. In den Industrieländern werden die Haushalte immer kleiner und gleichzeitig müssen immer mehr Informationen transportiert werden. Eigenmarken, saisonale Aktionen etc. – all das führt zu mehr Variationen von Verpackungen bei gleichzeitig fallenden Losgrößen.
    In den Entwicklungsländern gibt es andere Wachstumsfaktoren. Durch die rasante Urbanisierung muss der Handel anders organisiert werden, was einen steigenden Bedarf nach sich zieht. Der Verpackungsdruck wird kontinuierlich weiterwachsen, während der Akzidenzdruck rückläufig ist, was aber nur sehr langsam vonstattengehen wird. Im Verlagsdruck werden – abseits von Büchern und Tageszeitungen, die schwere Einbußen hinnehmen müssen – Magazine und Kataloge eine stärkere Position einnehmen.

Ist das auch der Grund, warum sich Landa jetzt mit seiner S10-Maschine im B1-Format auf den Verpackungsmarkt und hier speziell auf die Faltschachtelproduktion konzentriert?
Zur drupa 2012 haben wir sieben verschiedene Modelle vom B3- bis zum B1-Format für die Verarbeitung von Bogen und Rolle vorgestellt. Im Vorfeld konnten wir die Reaktion der Kunden nicht abschätzen. Erst aufgrund der Letters of Intent haben wir gesehen, wo die Nachfrage am größten ist – und das war sie eindeutig bei den Bogenmaschinen im B1-Format. Unser erstes verfügbares Produkt wird eine Schöndruckmaschine sein, die gerade für die Produktion von Faltschachteln und Displays interessant ist. Aber auch für Akzidenzdrucker kann eine Geradeausmaschine interessant sein. Natürlich werden wir auch eine Version der Landa S10 für den Schön- und Widerdruck auf den Markt bringen.

Das komplette Interview lesen Sie in der Ausgabe 1/2015 der Graphischen Revue


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