Graphische Revue
  

Mit weiterem Preisanstieg
bei Druckfarben ist zu rechnen
10.10.2010

Im letzten Jahr war Kolophonium einem ständig steigenden Preisdruck ausgesetzt. Kolophonium ist ein wesentlicher Grundstoff für Phenolharze, die zur Herstellung von Druckfarben (Heatset, Illustrations-Tiefdruck, Coldset und Bogenoffset) verwendet werden, Trotz dieser Entwicklung stellte die generelle Rohstoffverfügbarkeit kein großes Problem dar, obwohl es witterungsbedingt in China zu einigen Ernteausfällen kam. Gestiegene Nachfrage und ein verändertes Marktumfeld sind als Hauptauslöser dafür zu sehen, dass die Preise auf den höchsten Stand seit über 20 Jahre getrieben wurden.


“Die Rahmenbedingungen wurden für uns äußerst schwierig”, meint dazu Jan Paul van der Velde, Senior Vice President Procurement bei Flint Group, zu den Herausforderungen, mit denen die Branche bei der Beschaffung und Preisgestaltung von Kolophonium konfrontiert ist. „Der Markt ist sehr unbeständig, allerdings scheint er sich derzeit zu stabilisieren, wenn auch im Vergleich zum letzten Jahrzehnt, auch auf hohem Niveau“, so Jan Jan Paul van der Velde weiter.

 „Aktuell liegt der Preis bei 2.500 USD* (1.920 EUR)/t. Betrachtet man die Preisentwicklung der letzten 30 Jahre, stellt dies zwar nicht den absoluten Höchstwert dar, jedoch lagen die Marktpreise im letzten Jahrzehnt mehr oder weniger stabil bei ca. 800 USD* (615 EUR)/t und Region, mit einem kurzzeitigen Höchststand im Jahre 2004. Es scheint so, als würden sich die Preise auf dem aktuell hohen Niveau einpendeln und damit ein neues Marktniveau erreichen. Für den Einkäufer stellt sich die Lage schwierig dar; wir müssen einerseits auf Termin kaufen und andererseits genügend Ware vorhalten, um unsere Kunden beliefern zu können.”

Die jüngsten Preiserhöhungen werden sich auf Rohstofflieferungen auswirken, die im Laufe diesen Jahres mit einer durchschnittlichen Lieferzeit von ca. 60 Tagen aus China in Europa eintreffen werden. Die Auswirkungen auf die Kosten für Phenolharze werden gegen Ende des 4. Quartals 2010 und im 1. Quartal 2011 spürbar sein. “Phenolharze sind bei der Produktion von Druckfarben eine ernst zu nehmende Kostengröße”, stellt Nick Brannan, Vice President Product Management von Print Media Europe, in diesem Zusammenhang fest. “Als wir zu Beginn diesen Jahres mit den ersten Kostensteigerungen konfrontiert wurden, mussten wir unsere Preise für Druckfarben erhöhen. Wir hatten gehofft, dass die Kolophonium-Preise, wie in der Vergangenheit, wieder fallen würden, und dass wir unsere Preiserhöhung wieder rückgängig machen könnten. Leider scheint dies nicht der Fall zu sein, wir müssen jetzt davon ausgehen, das sich die jüngsten Preissteigerungen auf anhaltend hohem Marktniveau fortsetzen und damit die Kosten unserer Druckfarben deutlich beeinflussen werden. Es überrascht mich daher nicht, wenn von führenden Druckfarbenherstellern täglich neue Preiserhöhungen angekündigt werden.”


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