Graphische Revue
  

Smartphones: Fluch und Segen für Zeitungen
07.10.2010

Die wachsende Beliebtheit internetfähiger Smartphones ist zugleich Fluch und Segen für die Zeitungsindustrie. Während diese Entwicklung zwar einerseits dazu geführt hat, dass die Besucherzahlen auf den Webseiten der Zeitungshäuser um 13 Prozent nach oben geklettert sind, hat dies andererseits zugleich zu einem Rückgang von 14 Prozent beim Verkauf von Printprodukten geführt. Insgesamt betrachtet ergibt sich für die Zeitungsbranche somit ein sehr neutraler Ausblick, stellt ein aktueller Bericht des Telekomriesen Orange UK fest.


"50 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sind auch User von Zeitungswebseiten. Das ist eine sehr erfreuliche Zahl", erklärt Anja Pasquay, Pressereferentin des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Einen entsprechend hohen Rückgang beim Verkauf von gedruckten Zeitungen sieht die Expertin nicht gegeben: "Es ist wichtig, Smartphones und gedruckte Zeitungen nicht gegeneinander auszuspielen. Beide bedienen sehr unterschiedliche Konsumentengruppen: Während erstere vor allem für die schnelle Information unterwegs eingesetzt werden, ist die Print-Zeitung immer noch die erste Wahl bei besonders nachrichtenorientierten Menschen."

Weg von der "Gratis-Kultur"
Wenn es um die Gewichtung der Auswirkungen des Smartphone-Trends auf die in den letzten Jahren zunehmend unter Druck geratene Zeitungsindustrie geht, steht natürlich auch die Frage nach den jeweiligen Umsätzen im Zentrum. In diesem Zusammenhang haben Zeitungsverlage laut dem Bericht noch große Probleme, die Verluste aus dem rückläufigen Print-Geschäft mit den User-Zuwächsen bei den Online-Angeboten zu kompensieren.

"Die Frage, wie sich das Nutzer-Plus im Web-Bereich am besten monetarisieren lässt, ist noch immer nicht ausreichend beantwortet", gibt Pasquay zu bedenken. In diesem Zusammenhang spiele vor allem die Zahl-Bereitschaft der Konsumenten eine wesentliche Rolle, die sich mittlerweile doch etwas von der "Gratis-Kultur" im Web verabschiedet hätten. "Es gibt eine Reihe von News-Apps für Smartphones und Tablet-Computer, für die die Nutzer auch bezahlen", betont Pasquay.

TV-Sender als Gewinner
Die größten Gewinner des anhaltenden Smartphone-Booms innerhalb der Medienwirtschaft sieht der Orange-Bericht wenig überraschend in den TV-Sendern: Rund 14 Prozent der Verbraucher geben an, durch das Betrachten von Videoinhalten auf mobilen Endgeräten mehr Zeit vor dem Fernsehgerät zu verbringen.


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