Graphische Revue
  

Das kann nur ein BookBook
12.09.2014

Nur acht Millimeter dünn und leichter als 400 Gramm, das ist der neue Ikea-Katalog. Tausende Einrichtungsideen sind vorinstalliert und mit einer App lassen sie sich aus dem Katalog direkt ins Wohnzimmer holen. All das schafft eben nur das BookBook von Ikea.


Das kann nur ein BookBook

Viel zu lange sind die Printmedien vor digitaler Ehrfurcht erstarrt und haben den elektronischen Medien das Feld überlassen. Technologie-Konzerne wie Apple haben es in diesem Umfeld verstanden, ihre digitalen Innovationen anzupreisen und Printmedien sehr oft im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen zu lassen. Apple etwa nutzt dazu ein eigenes, sehr spartanisch gehaltenes Videoformat, um seine jüngsten technischen Entwicklungen zu bewerben. Ranghohe Apple-Manager kündigen die neuesten Errungenschaften an, während im Hintergrund dezente Musik läuft und gleichzeitig die neuen Produkte über den Bildschirm huschen.

Genau dieses Format hat sich jetzt Ikea zunutze gemacht, um die Vorteile seines gedruckten Katalogs publik zu machen. Jörgen Eghammer, seines Zeichens Chief-Design-Guru bei Ikea, spricht bedeutungsschwanger über den Katalog und meint am Anfang des Spots: „Ab und zu gibt es etwas, das unser Leben verändert. Ein Gerät, so simpel und intuitiv, dass es einem schon vertraut ist.“ Und dann schwebt der Ikea-Katalog ins Bild und erinnert unweigerlich an das iPad. Der Katalog sei aber kein digitales Buch oder ein E-Book, sondern ein BookBook, hebt Eghammer hervor. Der Ikea-Katalog könne aber noch mehr: Man kann ihn spielend auf das Format 15 mal 8 Inch erweitern und dabei nacheinander die 328 hochauflösenden Seiten aufschlagen.

Bedient werde der Katalog mit der revolutionären Touch-Technik. Der Finger im Film blättert den Katalog dabei mit genau jener Wischbewegung um, mit der man auch auf dem iPad zwischen den Seiten digitaler Magazine wechseln kann. „Und das Beste: Der Katalog stockt nicht. Jede Seite lädt sofort, egal, wie schnell man auch scrollt“, betont Eghammer. Der Clou kommt zum Schluss: Der Katalog sei gratis zu haben. Man könne ihn direkt im Briefkasten downloaden oder sich selbst ins Ikea-Geschäft uploaden und ihn von dort mitnehmen.

Stärken von Printmedien darstellen
Bei all dem Zynismus, der in dem Spot steckt, ist er sicherlich das Beste, was in den letzten Jahren produziert wurde, um die Stärken von Printmedien herauszustreichen. Hier hat Ikea wirklich Massstäbe gesetzt und auch die breite Masse erreicht – bereits am ersten Tag haben sich rund 700.000 User das Video angesehen. Für das schwedische Möbelhaus spielt der gedruckte Katalog in der Multichannel-Kommunikation nach wie vor eine zentrale Rolle. Davon überzeugt auch die jährlich steigende Auflagenzahl, die beim Ikea-Katalog 2015 bei 217 Millionen Exemplaren lag, die in 41 Ländern unters Volk gebracht wurden.


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